125-Jahr-Jubiläum der Landesberufsschule Stockerau I

Pröll: Investitionen für Ausbildung sind Investitionen für die Zukunft

Stockerau (NLK) - In der Landesberufsschule Stockerau I feierte
man heute das 125-Jahr-Jubiläum dieser Ausbildungsstätte, die jetzt auch über einen neuerrichteten Turnsaal verfügt. Das waren die Anlässe für einen Festakt, bei dem Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll den Stellenwert der Handwerksberufe für die Wirtschaft unterstrich. Das Land habe für die niederösterreichischen Berufsschulen entsprechend der Bedeutung einer fundierten Fachausbildung in den letzten Jahren hohe Beträge investiert, allein für die Landesberufsschule Stockerau I seien in den letzten sieben Jahren rund 170 Millionen Schilling investiert worden. In Stockerau werde den angehenden Fachkräften eine exzellente Ausbildung mitgegeben, die dazu beitrage, daß die heimischen Unternehmen dem internationalen Wettbewerb standhalten könnten. Investitionen für die Ausbildung seien Investitionen in die Zukunft und auch dafür, daß Niederösterreich das angestrebte Ziel erreiche, sich in absehbarer Zeit unter die Top-Ten-Regionen Europas zu positionieren. Um genügend Lehrstellen und Arbeitsplätze für ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung zu haben, gebe es mehrere Ansätze, sagte Pröll weiter. Einer dieser Ansätze sei die Pflege des Humankapitals in den Betrieben, wozu er die Unternehmer aufrufe. Ein zweiter Ansatzpunkt sei die Befreiung der Unternehmen von unnötiger Bürokratie. Auch steuerliche Anreize für ausbildende Betriebe seien eine Möglichkeit. Das Land Niederösterreich habe im eigenen Bereich seine Verantwortung wahrgenommen und nehme bis Jahresende 50 Lehrlinge auf.

Landesrat Ewald Wagner, der Landeshauptmannstellvertreter Ernst Höger vertrat, betonte die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für die Industrie, das produzierende Gewerbe und die Dienstleistungsbetriebe. Er verwies auch darauf, daß heuer erstmals seit 1990 das Lehrstellenangebot in Österreich wieder ansteigt, was auch auf den "Schub nach vorne" durch die Bundesregierung und die Sozialpartner zurückzuführen sei. Wagner unterstrich auch die Qualität der heimischen Berufsschulen, für deren Ausstattung das Land Niederösterreich aus Regionalisierungsmitteln bedeutende Investitionen durchgeführt habe. Er sprach sich zudem für eine Durchlässigkeit des Bildungssystems von der Lehre bis zur Fachhochschule und zur Universität aus und setzte sich für eine Nutzung der Berufsschulen für die überbetriebliche Ausbildung ein.

In der Landesberufsschule Stockerau I erwerben Anlagenelektriker, Betriebselektriker, Elektroinstallateure, Fernmeldebaumonteure, Radio- und Fernsehmechaniker - in diesem Lehrberuf sind auch Lehrlinge aus dem Burgenland eingeschult - und Starkstrommonteure das Rüstzeug für ihre Berufslaufbahn. Der Schule ist ein Schülerheim angeschlossen. Im Schuljahr 1996/97 besuchten 1895 Lehrlinge die Berufsschule I in Stockerau. Damit ist die Landesberufsschule die derzeit zweitgrößte Einrichtung dieser Art in Niederösterreich. Sie zählt überdies zu den modernst eingerichteten Elektrikerschulen in Österreich. Das Schulgebäude wurde in den letzten Jahren mit Gesamtkosten von rund 75 Millionen Schilling aufgestockt und generalsaniert. Das Schülerheim wurde generalsaniert und an den üblichen Standard mit Wohn-, Schlafräumen und einer vorgelagerten Sanitärgruppe angeglichen, was Investitionen von 82 Millionen Schilling erforderte. Im Rahmen des 500 Millionen Schilling Ausbauprogrammes für die NÖ Landesberufsschulen wurde jetzt als letzter Bauabschnitt ein Turnsaal mit Kosten von rund 15 Millionen Schilling errichtet.

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