Chefverhandler der Industrie: Konzentration auf neue Aufgabe

Obmann Kessler: "Verlieren hervorragenden Verhandler und Kenner der Materie"

Wien (PWK) - Clemens Malina-Altzinger hat mit heutigem Tag seine Funktion als Verhandlungsleiter der Arbeitgeber bei der Lohnrunde der Eisen- und Metwallindustrie und der Globalrunde der Industrieangestellten zurückgelegt. Auf eigenen Wunsch erfolgte dieser Schritt nun nach Abschluß der heurigen Herbstlohnrunde. Malina-Altzinger wird in Zukunft seinen Arbeitsschwerpunkt als Arbeitgebervertreter auf seine neue Funktion als Vorsteher des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie ausrichten. ****

"Wir verlieren einen hervorragenden Verhandler und Kenner der Materie", bedauert Heinz Kessler, Obmann der Bundessektion Industrie der Wirtschaftskammer Österreich, die Entscheidung Malina-Altzingers: "Er hat mir bereits vor Beginn der Verhandlungen seinen Rücktritt als Chefverhandler der Industrie angekündigt. Um die Verhandlungen mit den Gewerkschaften aber nicht zu beeinträchtigen, haben wir beide vereinbart, diesen Entschluß erst nach positiv verlaufenen Verhandlungen bekannt zu geben."

Drei Jahre lang fungierte Malina-Altzinger als Chefverhandler für die Arbeitgeberseite der Metallindustrie. "Es war eine sehr reizvolle Aufgabe, aber auch eine nicht immer sehr einfache. Galt es doch, die Interessen von vielen unter einen Hut zu bringen. Jetzt, da der nun ausgehandelte Kollektivvertragsabschluß sowohl von unseren Mitgliedern als auch von Wirtschaftsforschern überwiegend positiv kommentiert wird, fällt es mir leichter, das Verhandlungsmandat zurückzulegen und mich auf neue Aufgaben zu konzentrieren", zieht Malina-Altzinger eine Bilanz. In seine Funktionsperiode fiel die Vereinbarung mit den Gewerkschaften über die Neuordnung der Biennalsprünge ebenso wie die jetzt erstmals vereinbarten flexibleren Arbeitszeitmöglichkeiten und die flexiblere Lohn- und Gehaltsstruktur für die Industriemitarbeiter.

Malina-Altzinger wurde bereits am 18. September 1997 zum Vorsteher des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie gewählt:
"Diese herausfordernde, aber auch zeitaufwendige Berufung läßt sich nicht mehr mit der eines Chefverhandlers vereinbaren. Und es kommt auch die Zeit, wo die Familie und der Betrieb wieder mehr in den Mittelpunkt zurückkehren müssen", ergänzt Malina-Altzinger seinen Entschluß.

Kessler lobt "das hohe Verhandlungsgeschick Malinas" und sagt:
"Ich freue mich schon jetzt auf die Zusammenarbeit mit ihm in seiner neuen Funktion." Ein Nachfolger als Chefverhandler der Industrie in bezug auf den Kollektivvertrag wird in Kürze präsentiert werden. (Schluß) RH

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