Entsorgungsfachmann/frau wird regulärer Lehrberuf

Haltung der Gewerkschaft verhindert mehr Lehrplätze

Wien (PWK) - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nimmt
die Wirtschaft die jetzige Einigung im Berufsausbildungsbeirat über den Entsorgungs- und Recyclingtechniker, ab nun im Regelsystem Entsorgungsfachmann/frau, einem der wenigen "Ökoberufe" in Österreich, zur Kenntnis. "Erfreulicherweise ist es fast in letzter Minute gelungen, eine Einigung mit der Gewerkschaftsseite über die Überführung des bisher als Ausbildungsversuch gelaufenen Lehrberufs in das Regelsystem zu erlangen", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich fest. ****

Andererseits hat die starre Haltung der Gewerkschaftsvertreter eine Berufsbildkonstruktion verhindert, die es mehr Betrieben als bisher ermöglichen würde, Lehrlinge auszubilden. Wenn man sich mit der Materie wirklich beschäftigt und nicht bloßer Ideologie von "breiten" Lehrberufen anhängt, muß jedem klar sein, daß Betriebe, die sowohl Abfallentsorgung als auch Abwasserreinigung betreiben, an den Fingern einer Hand abzuzählen sind und daher die Zahl der in einem solchen Beruf ausgebildeten Lehrlinge sehr beschränkt sein wird.

Die Wirtschaft hat deshalb im Interesse der Ausbildungsmöglichkeiten der Betriebe und damit auch der Schaffung zusätzlicher Lehrplätze angeregt, einen sogenannten "Gruppenlehrberuf" mit zwei Ausbildungsrichtungen (Abwasserreinigung und Abfallbeseitigung) zu schaffen. Damit hätten zahlreiche, insbesondere auch kommunale Betriebe diesen Lehrberuf ausbilden können und interessante neue Lehrplätze geschaffen. Bei der Gewerkschaft hat leider wieder einmal die Ideologie die Oberhand über fachliche Erwägungen behalten.

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Dr. Franz Forsthuber

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