Walschutzmoratorium droht Aushöhlung

Irland plädiert für Wiederaufnahme des Küstenwalfangs - Australien und Tierschützer empört

Wien (OTS) - Vom 20.- 24. Oktober tagt in Monaco die
Internationale Walfangkommission (IWC). Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern des Moratoriums sind festgefahren. Im Mittelpunkt der Diskussion steht nun ein umstrittener "Kompromißvorschlag" Irlands, der eine Wiederaufnahme des Küstenwalfangs in Betracht zieht. Die autralische Delegation sowie Tierschutzvereine lehnen diesen Vorschlag der Iren entschieden ab. Für das Tierhilfswerk Austria (THWA) stellt die Wiederaufnahme des Küstenwalfangs den ersten Schritt zu einem gänglichen Fall der Walschutzgebiete dar.

Wurden 1991 "nur" 385 Großwale getötet, sind es heuer bereits 1043 Tiere. Japan und Norwegen zeichnen dafür hauptverantwortlich, Staaten, die offen für ein Aufheben des Moratoriums eintreten. Um diese Walfangnationen gewissermaßen milde zu stimmen, hat Irland nun den Vorschlag eingebracht, den Küstenwalfang, der seit Inkrafttreten des Moratoriums (1985) ruhte, wieder aufzunehmen.

Mag. Alexander Willer, THWA-Kampagnenleiter: "Irland versteht es blendend, sich der Weltöffentlichkeit als Walschutznation darzustellen. Doch in Wahrheit unterstützen die Iren mit ihrem faulem Kompromiß lediglich die Interessen der Walfangstaaten. Denn durch eine Wiederaufnahme des Küstenwalfanges würden auch Island und Rußland zum Walmorden förmlich eingeladen." Außerdem verschleiert der Terminus "coastal whaling" (Küstenwalfang) das wahre Ausmaß des Massakers, denn es wären nicht nur Küstenzonen, sondern fast 40% der Meere betroffen.

Australien gilt als härtester Gegner des irischen Vorschlages. Aus einer Pressemitteilung des Umweltsenators Robert Hill geht klar hervor, daß sein Land vehement gegen eine Wiederaufnahme des "coastal whaling" eintritt und Verbündete für seine ablehnende Haltung sucht.

Christian Janatsch, THWA-Präsident: "Österreich ist Mitglied der IWC und durch eine Repräsentantin des Umweltministeriums bei der Konferenz vertreten. Wie verlautbart wurde, werde die österreichische Delegation erst vor Ort den Meinungsbildungsprozeß abschließen. Es bleibt im Interesse der Wale zu hoffen, daß auch Österreich gegen den irischen Vorschlag votiert."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Alexander Willer, Christian Janatsch
bzw. Dr. Sandra Altherr (vor Ort)
Tel.: 02243/22964

Tierhilfswerk Austria

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