LUNACEK: SCHÖNBORN IST EINE STIMME DES MITTELALTERS

Heftige Kritik der GRÜNEN an Homosexuellen-Sprüchen

Als "eine Stimme des Mittelalters" bezeichnet die GRÜNE Bundesgeschäftsführerin Ulrike LUNACEK die jüngsten Aussagen von Erzbischof Christoph Schönborn zum Thema Homosexualität. "Es ist beschämend zu sehen, daß sich ein hoher Würdenträger der katholischen Kirche zur öffentlichen Stimmungsmache gegen homosexuelle Mitbürger hergibt. Schönborns Versuch, homosexuelle Neigungen zu einem seelischen Problem zu erklären und gleichgeschlechtliche Liebe als Ausdruck abartiger Persönlichkeitsentwicklungen zu sehen, kann in einer aufgeklärten Zeit nur als Diffamierungsversuch gewertet werden", so LUNACEK.

Es sei bedauerlich, daß sich der Erzbischof zur Verbreitung von Vorurteilen hergebe, daß er Lesben und Schwule als Kranke
darstelle und damit dem Bruch internationaler Menschenrechtsstandards Vorschub leiste. "Christoph Schönborn mißbraucht hier den großzügigen staatlichen Schutz, den die katholische Kirche in Österreich genießt", erklärt LUNACEK. "Die Vertreter der Kirche sollen sich in der Anwendung christlichen Grundwerte wie Nächstenliebe und Toleranz üben, statt gegen eine angefeindete Minderheit Stimmung zu machen."

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/05