Drogen: Liberalisieren - Forschen - Dokumentieren

WBDS (Wiener Berufsverband Diplomierter SozialarbeiterInnen) und ÖBDS (Österreichischer Berufsverband Diplomierter SozialarbeiterInnen) fordern Umdenken in der Drogenpolitik

Wien (OTS) - Die Frankfurter Resolution zur Drogenpolitik wird insbesondere in den Forderungen nach

* kontrollierter, wissenschaftlich begleiteter Abgabe von Heroin als Substitutionsmittel und

* der legalisierten Abgabe von Cannabisprodukten im Rahmen eines kontrollierten Handels

unterstützt.

Wir fordern die Mitgliederstädte des Österreichischen Städtebundes auf, sich der Frankfurter Resolution anzuschließen. Bislang hat Innsbruck als einzige österreichische Stadt in diesem Sinne Problembewußtsein bewiesen. "Wer Leid, Elend und Tod verringern will, muß die Süchtigen erstens vom Druck der polizeilichen Verfolgung wegen ihres Drogengebrauchs befreien und darf zweitens die Hilfeangebote nicht an das strikte Ziel totaler Drogenabstinenz koppeln. Hilfe soll nicht nur auf Ausstieg aus der Abhängigkeit abzielen, sondern muß auch ein menschenwürdiges Leben mit Drogen (auch mit Heroin) ermöglichen." (Zitat aus der Frankfurter Resolution) Wir unterstützen das Vorarlberger Konzept für einen wissenschaftlichen Versuch einer kontrollierten Heroinabgabe und fordern die österreichische Bundesregierung und den Nationalrat auf, die entsprechenden legistischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig appellieren wir auch an die Wiener Landesregierung, diesen mutigen Vorarlberger Schritt rasch auch auf Wiener Ebene nachzuvollziehen. Wie aus der zweijährigen Schweizer Studie (PROVE) eindeutig hervorgeht, ist der volkswirtschaftliche Nutzen der heroinunterstützten Behandlung erheblich, insbesondere dank der Reduktion von Kosten im Bereich Strafverfolgung und Strafvollzug sowie von Krankheitsbehandlungen.

Eine Zentrale Österreichische Dokumentationsstelle für Suchprävention finanziert durch das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales ist einzurichten. Derzeit existieren in Österreich auch Regionalstellen für Suchtprävention; eine übergeordnete, zentrale Dokumentationsstelle ist dringend erforderlich und würde die Effizienz dieser Einrichtungen gewaltig steigern.

Das Prinzip Therapie statt Strafe soll durch Evaluierung des § 23 a SGG (§ 39 SMG 98) auf seine tatsächliche Umsetzung und Tragweite überprüft und die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Diese zentralen Forderungen wurden auf der diesjährigen Tagung des WBDS vom 14.-17.10.1997 auf Burg Kranichberg/NÖ erstellt und werden vom ÖBDS vollinhaltlich unterstützt.

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DSA
Georg Dimitz (WBDS- und ÖBDS-Vorstandsmitglied)
Tel.: 0664/10 100 43

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