EU will Europas Industrie "global-fit" machen

Benchmarking soll auch für KMU zum Einsatz kommen - Wirtschaftskammern informieren - WIFIs bieten Kurse an

Wien (PWK) - "Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie liegt um 33 Prozent unter jener der USA und um 15 Prozent unter jener Japans", ****

erklärte Werner Wobbe von der Generaldirektion III der EU-Kommission bei einem Unternehmerseminar in der Wirtschaftskammer Österreich.

Um die Leistungsfähigkeit der europäischen Industrie im immer schärfer werdenden globalen Wettbewerb zu fördern, will die EU-Kommission das im angelsächsischen Raum schon seit Jahrzehnten erfolgreich praktizierte Verfahren des "Benchmarkings" in ihren Mitgliedsländern stärker zum Einsatz bringen.

Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen sollten sich mit diesem modernen Wettbewerbsinstrument vertraut machen, empfiehlt Wobbe, denn "die Großkonzerne wenden es ohnehin schon an". Benchmarking besteht im wesentlichen darin, die eigene Leistung anhand von meßbaren Kriterien an jener von erfolgreichen Unternehmen zu messen und dann entsprechend zu verbessern. Als Meßlatte dienen etwa der Branchendurchschnitt oder die "best practice" (die Bestleistung in der Branche - national, europaweit oder global). Aufgrund des Vergleichs werden Schwachstellen im eigenen Betrieb und damit Veränderungsbedarf sichtbar.

Als Mittel für die Umsetzung bieten sich unter anderem Personalaustausch mit anderen Betrieben, bessere Nutzung der modernen Medien sowie mehr Information und Kooperation an, ergänzte Alexander Pachta-Reyhofen, der als Geschäftsführer der Österreichischen Kabelwerke bereits Erfahrungen mit Benchmarking gesammelt hat. In seinem Unternehmen konnte die Produktivität seit 1992 um 25 Prozent gesteigert werden.

Das Benchmarking-Programm der EU, das sich gegenwärtig noch in der Pilotphase befindet, soll laut Wobbe auf drei Ebenen zum Einsatz kommen: auf der Unternehmensebene, auf der Branchenebene und bei den Rahmenbedingungen. An ein Förderprogramm sei nicht gedacht, es solle aber EU-Mittel für die Umsetzung von Benchmarking-Zielen geben. Die ersten Benchmarking-Projekte der EU beziehen sich auf die Bereiche Logistik, Transport, Informations- und Kommunikationstechnologie und Finanzdienstleistungen.

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Mag. Andrecs

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