Wagner verweist auf Leistungsexplosion im Gesundheitswesen

Brauchen Solidarität, damit das System leistungsfähig bleibt

St.Pölten (NLK) - An Daten wie der Zahl der implantierten Herzschrittmacher lasse sich die Leistungsexplosion im niederösterreichischen Gesundheitswesen klar able-sen, hielt heute Landesrat Ewald Wagner fest. Landesweit verzeichnete man im Vor-jahr 622 Erstimplantate, 1995 waren es 546 gewesen. 1996 kamen auf 100.000 Nie-derösterreicherinnen und Niederösterreicher 42 Herzschrittmacher, im Jahr zuvor hielt man bei einem Durchschnittswert von 37 Implantanten pro 100.000 Einwohner. Öster-reichweit hielt man 1995 bei 3.091 Erstimplantaten, 1996 waren es bereits 3.331. Samt der Verpflanzung kostet ein Herzschrittmacher je nach medizinischer Indikation zwischen
100.000 und 400.000 Schilling.

"Ein Sprung nach vorne, und wir können auch nachweisen, daß im Vorjahr öster-reichweit 80 Prozent aller Erstimplantationen bei Patienten vorgenommen wurden, die über 70 Jahre alt waren, während 1991 der Anteil noch bei 60 Prozent lag. Es wird also versucht,
was ein Rehabilitationsmediziner einst forderte: Den Menschen zusätz-liche Jahre zu geben und den Jahren mehr Leben", betonte Wagner. Der Zugang zu medizinischen Spitzenleistungen für alle müsse auch in Zukunft erhalten bleiben. An dieses Prinzip müsse angesichts der Entwicklung in manchen mit Österreich ver-gleichbaren Ländern mit Nachdruck erinnert werden. Rezepte, die
auf ein Sterben vor der Zeit für alle jene hinauslaufen, die sich diese Leistungen nicht leisten können, sei-en auf das schärfste abzulehnen. "Unsere Gesellschaft muß sich auch weiterhin zur Solidarität mit den kranken und alten Menschen bekennen und alles unternehmen, daß unser Gesundheitssytem leistungsfähig bleibt. Wir müssen allerdings auch ohne Zweifel alle Möglichkeiten für eine straffe Organisation und neue, noch schlankere Strukturen nützen, um so die vorhandenen Ressourcen sparsam einzusetzen", sagte
Wagner.

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