Österreich: Im Urlaub ist jeder sein eigener Apotheker Wien (ÖRK) - Endlich rollt das Flugzeug zur Startbahn. Vorbei sind die nervenden Vorbereitungen. Die Zimmer sind reserviert, die

Koffer gepackt und hoffentlich auch im selben Flugzeug, alle Schutzimpfungen intus. Zufrieden und voller Vorfreude kann man
sich in den Sessel zurücklehnen und sich auf den Weihnachtsurlaub in der Karibik freuen. Doch für den Körper geht der Streß noch weiter: Jetlag, Umstellung auf ein neues Klima, andere Eß- und Trinkgewohnheiten belasten den Organismus in den ersten drei bis vier Tagen enorm. Die Abwehrkraft des Körpers ist geschwächt, die Gefahr, krank zu werden, groß.

"Natürlich denkt niemand gerne daran, im Urlaub krank zu werden.
Es kann aber jedem passieren, und dann kann eine gut ausgestattete Reiseapotheke plötzlich zum wichtigsten Urlaubsutensil werden", sagt Dr.Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Der Inhalt einer Reiseapotheke sollte sich im Idealfall
aus zwei Teilen zusammensetzen: einer "Grundausstattung" von Medikamenten und Erste-Hilfe-Material, und einer "Sonderausstattung", die nach persönlichen Bedürfnissen, dem Urlaubsziel und der Art des Urlaubs (Schlafsack oder Hotelbett) zusammengesetzt sein muß.

Zur "Grundausstattung" für jede Reiseapotheke gehören laut Slatin Medikamente gegen Fieber, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Reisekrankheit, Erkältungen, Husten, Mund- und Rachenentzündungen, kolikartige Schmerzen, Kopfschmerzen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Insektenstiche, niedrigen Blutdruck und zur Desinfektion. Weiters kommt u.a. hinzu: Sonnenschutzmittel, Augentropfen, Verbandsmaterial, Schere, Pinzette, Heftpflaster, Mullbinden, Leukoplast, Mittel gegen Verstauchungen und ein bruchsicher verpacktes Fieberthermometer.

Die "Sonderausstattung" sollte alle jene Medikamente beinhalten,
die regelmäßig eingenommen werden müssen, z.B. die Pille. "Achten Sie darauf, einen genügend großen Vorrat dieser Medikamente mitzunehmen. Das gewohnte Präparat ist im Ausland oft nicht erhältlich", so Slatin. "Sind Säuglinge oder Kinder mit dabei, dürfen entsprechende Medikamente nicht fehlen, z.B. Säuglingszäpfchen gegen Fieber. Bei Urlauben fernab von bequemen Hotels sollte auf Mittel zur Wasserdesinfektion, Augentropfen
gegen Bindehautentzündung, sterile Einwegspritzen etc. nicht vergessen werden."

Es sei ratsam, den Inhalt einer Reiseapotheke gemeinsam mit dem Hausarzt oder Apotheker zu erstellen, so Slatin. Damit sei gewährleistet, daß die nach individuellem Bedarf und Reiseziel richtigen Medikamente mitgenommen werden, "die auch noch richtig gelagert werden müssen, nämlich kühl und trocken. Ständig benötigte Medikamente sollten Sie ins Handgepäck geben".

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20.10.1997

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