Kurzbauer: ÖBB dürfen Pendler nicht weiter ihrem Schicksal überlassen

Niederösterreich, 18.10.1997 (NÖI) Nicht viel ist von der
groß angekündigten Nah- und Personenoffensive der Österreichischen Bundesbahnen zu merken. Noch immer rollen die
ÖBB vor allem im Bereich der Westbahn vielfach mit altem Wagenmaterial auf keineswegs zeitgemäßen Strecken dahin", bemängelt der VP NÖ NAbg. Johann Kurzbauer. Dazu kommen noch äußerst unflexible Zugangebote, schlechte Busverbindungen zu
den Bahnhöfen und große Zugsverspätungen. Die
Hauptleidtragenden sind die vielen tausenden NÖ Pendler, die um
zu ihrer Arbeitsstätte zu kommen, auf die Bahn angewiesen sind
und tagtäglich diesen Torturen ausgesetzt sind.****

Fast wie Hohn klingt es, wenn die ÖBB jetzt angekündigen,
die Pendler-Tarife mit Anfang 1998 neuerlich erhöhen zu wollen. Daß es seit fast 2 Jahren keine Verteuerung gegeben hat und der Personenvekehr der Bahn schwer defizitär ist, sind keine stichhaltigen Argumente. Vielmehr muß die Bahn Attraktiviät gewinnen und auf die Bedürfnisse ihrer Kunden verstärkt
eingehen, fordert der Mandatar.

Der erst kürzlich erfolgte Ankauf von modernen Doppelstockwaggons im Wert von 1,7 Milliarden Schilling ist ein erster Schritt in diese Richtung. Weitere Maßnahmen müssen aber unbedingt folgen. "Geld für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wäre jedenfalls genug vorhanden, ließe man doch nur das völlig unsinnige 15 Milliarenprojekt Semmering-Basistunnel fallen", so Kurzbauer abschließend.

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