Wiener Jugendanwalt: Durch VfGH-Urteil keine neuen Perspektiven gegen Kinderarmut

Grundeinkommen für Kinder wäre eine Alternative

Der Wiener Kinder- und Jugendanwalt Dr. Anton Schmid sieht in dem Entscheid des VfGH keine Weichenstellung gegen die zunehmende Kinderarmut.****

"Wir würden einen eminent großen Fehler begehen, wenn wir glauben, daß mit dem Entscheid des VfGH und einer späteren finanziellen Angleichung der steuerlichen Belastung von Unterhaltspflichtigen und Nichtunterhaltspflichtigen ein Weg aus
der Kinderarmut gefunden wird", so der Wiener Kinder- und Jugendanwalt.

Kinderarmut werde über Veränderungen des Steuersystems nicht verhindert.

Ein Mindestsicherungssystem für Kinder und Jugendliche müßte über den Rechtsanspruch auf ein Grundeinkommen für jedes Kind und jeden Jugendlichen erreicht werden.

Grundeinkommen: jedes Kind hat ein Recht auf ein bestimmtes Einkommen (in gleicher Höhe), das vorerst zwar von den Eltern verwaltet wird, aber nur für Belange der Kinder ausgegeben werden kann. Später (etwa ab 12 bis 14 Jahren) könnten Jugendliche selbst über diese Mittel für ihre Grundbedürfnisse (Bildung, Gesundheit etc.) verfügen.

Auch wenn viele heute noch diese Form der Förderung von Kindern und Jugendlichen als unverwirklichbar betrachten, müßten längerfristige Perspektiven geschaffen werden, um Kindern und Jugendlichen eine Mindestsicherung zu garantieren.

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Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (01) 1708

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien

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