Altglassammlung geht nahtlos weiter: Ausgleich der Austria Glas Recycling GmbH einstimmig angenommen

Wien (OTS) - Der Ausgleichsantrag der Austria Glas Recycling GmbH (AGR), dem österreichweit für die Altglassammlung zuständigen Unternehmen im Rahmen des ARA-Systems zur Verpackungsentsorgung, wurde heute, Freitag, 17. Oktober 1997, in der zweiten Verhandlung vor dem Handelsgericht Wien von den Gläubigern einstimmig angenommen. Die Fortführung der Altglassammlung in ganz Österreich ist damit gesichert.

Das Ausgleichsergebnis

Die Forderungen der über 500 Gläubiger - vor allem Gemeinden, Abfallverbände und Entsorgungsbetriebe - wurden in der Höhe von rund 122 Millionen Schilling anerkannt. Das von den Gläubigern angenommene Ausgleichsangebot der AGR sieht zur 40%-igen Ausgleichsquote deutliche Verbesserungen vor: 15% werden von der AGR als Barquote sofort nach Rechtskraft des Ausgleichs zur Auszahlung gebracht. Die restlichen 25% werden in 5%-Tranchen jeweils unverzüglich nach Anschaffung der Mittel bezahlt. Überdies hat sich die AGR verpflichtet, nach Abschluß der zweijährigen Ausgleichsphase im "Nachbesserungsverfahren" alle Mehreinnahmen über die 40%-Ausgleichsquote hinaus an die Gläubiger auszubezahlen; ausgenommen davon ist lediglich eine vom Ausgleichsverwalter empfohlene Rückstellung von 12 Millionen Schilling, die die AGR als Non-Profit-Unternehmen benötigt.

Altglassammlung geht nahtlos weiter

Nach der Annahme des Ausgleichs kann die österreichweit flächendeckende Altglassammlung durch die AGR reibungslos fortgesetzt werden. AGR-Geschäftsführer Hermann Schelmbauer in einer ersten Stellungnahme: "Wir sind überzeugt, daß wir auf Basis der neuen Verträge mit den Gemeinden, Verbänden und Entsorgern die im Ausgleich übernommenen Verpflichtungen pünktlich erfüllen können. Nach Abschluß des Ausgleichs wird aller Voraussicht nach auch ein finanzielles Potential zur Nachbesserung für die Gläubiger vorhanden sein."

"Sieg der Vernunft"

Ausgleichsverwalter Rechtsanwalt Dr. Richard Proksch wertete die Ausgleichsannahme als "Sieg der wirtschaftlichen Vernunft nach teilweise äußerst schwierigen Verhandlungen".

Zukunftserfordernisse

Für die langfristig erfolgreiche und zugleich wirtschaftlich vertretbare Zukunft der Altglassammlung in Österreich nannte Proksch zugleich zwei grundsätzliche Erfordernisse: Erstens müßte auf der Einnahmenseite endlich eine rigorose Kontrolle der Lizenzierungen möglich werden, um die vielen "Trittbrettfahrer" im Sammelsystem in den Griff zu bekommen (derzeit werden von den Abfüllern und Importeuren nur für rund 75% der Glasverpackungen Lizenzgelder bezahlt). Zweitens müßten ausgabenseitig die tatsächlichen Kosten der kommunalen Systemleistungen genau erhoben und alle Möglichkeiten zur Systemoptimierung genützt werden.

Rückfragen & Kontakt:

RA Dr. Richard Proksch
Tel.: 01/712 64 75
Dkfm. Hermann Schelmbauer, Geschäftsführer der
AGR
Tel.: 01/214 56 00-0

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