Ideenreichtum bei Exporten nach Syrien und Libanon gefragt

Wirtschaftsmission: 19.-24. Oktober nach Beirut und Damaskus

Wien (PWK) - "Daß 'Österreich' nicht nur Lippizaner, Kultur und Mozart bedeutet sondern auch wirtschaftlich, z.B. im Technologie-Bereich, einiges zu bieten hat, bedarf in Syrien und Libanon noch einiger Aufklärungsarbeit", weiß Fritz Langer, Nahostexperte der Wirtschaftskammer Österreich, zu berichten. Zwar konnten sich bereits verschiedene österreichische Produkte wie Papier, chemische Erzeugnisse (Medikamente, Arzneiwaren) sowie Maschinen und Anlagen in beiden Nahost-Ländern einen guten Absatzmarkt sichern. Es gibt aber noch in vielen anderen Bereichen Chancen und Nischen, die genutzt werden könnten. "Diese gilt es bei der kommenden Wirtschaftsmission, die wir vom 19. bis 24. Oktober mit einer Reihe heimischer Unternehmen in Beirut und Damaskus durchführen, aufzuspüren bzw. auszuweiten". ****

Grundsätzlich gestaltet sich Österreichs Außenhandel mit Syrien relativ konstant. Mit einem Anstieg um 11,1 Prozent von 1995 auf 1996 konnten die heimischen Ausfuhren im letzten Jahr 524,9 Millionen Schilling erreichen. Die Importe sanken im gleichen Zeitraum um 23,4 Prozent auf 438,1 Millionen Schilling. Als wichtigste Warengruppen, die Österreich nach Syrien exportiert, sind Maschinen und Verkehrsmittel, chemische Erzeugnisse sowie bearbeitete Waren wie Papier, Textilien und Metallwaren zu nennen.

Mit 1. Oktober 1997 ist das bilaterale Außenwirtschaftsabkommen Österreichs mit Syrien in Kraft getreten, das eine langfristige wirtschaftliche, industrielle, technische und technologische Zusammenarbeit vorsieht und sichern soll. Sowohl Syrien als auch Libanon sind sehr an einem Assoziationsabkommen mit der EU interessiert. Da Österreich seinen Exporteuren nach Syrien und Libanon kaum Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, versuchen sich die österreichischen Firmen verstärkt in Förderungsprogramme der EU einzuklinken, berichtet Langer.

Zwischen Österreich und dem Libanon wurden bislang noch keine bilateralen Wirtschaftsabkommen geschlossen. Doppelbesteuerungs- und Investitionsschutz-Abkommen werden von der Wirtschaftskammer Österreich aber im Interesse verstärkter Zusammenarbeit angeregt.

Die österreichischen Ausfuhren in den Libanon verzeichneten von 1993 bis 1995 überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten, sind jedoch 1996 um 15,6 Prozent auf 289,3 Millionen Schilling zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 1997 stiegen sie erneut um 2,8 Prozent auf 150 Millionen Schilling an. Die Importe aus Libanon - vorwiegend Düngemittel, Erze und Metallabfälle - erreichten heuer in den ersten sechs Monaten 3,7 Millionen Schilling, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 35,2 Prozent entspricht. "Die Beteiligung der österreichischen Firmen am Wiederaufbau Libanons beschränkt sich hauptsächlich auf Zulieferungen für Generalunternehmen, da die Präqualifikationserfordernisse für die meisten Projekte derart hoch angesetzt wurden, daß Planungsfirmen aus Kleinstaaten wie Österreich kaum Chancen haben, die verlangten Mindestwerte für Umsatzvolumen der bereits ausgeführten Projekte zu erfüllen", erklärt Langer.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
AW-Abteilung, Nahost-Referat
Tel. 50105 DW 4354

Dr. Fritz Langer

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK