SVB entgegnet ungerechtfertigte Angriffe der Ärztekammer

Wien (OTS) - Schreiben an Ärztekammerpräsident Dr. Michael Neumann, gezeichnet von ÖKR Karl Donabauer, Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, als Reaktion auf den offenen Brief der Ärztekammer vom 15.10.1997 im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Präsident!

Zu Ihrem Brief vom 15. Oktober d.J. ist folgendes festzustellen:

Die Beziehungen der Österreichischen Ärztekammer zu der Sozialversicherungsanstalt der Bauern waren korrekt und nur fallweise während der Tarifverhandlungen, wo seitens der Ärztekammer - bis auf wenige Ausnahmen - hohe Tarifanpassungen erwartet wurden, kurz belastet. Bei der letzten Tarifverhandlung habe ich am 23. April 1997 Herrn Präsident Dr. Brettenthaler und Herrn Kammeramtsdirektor Dr. Kux gegenüber in Anwesenheit unseres Generaldirektors Dr. Kandlhofer die besondere Situation der Bauern-Krankenversicherung erklärt und darauf hingewiesen, daß sämtliche nichtbäuerliche Interessengruppen die Aufhebung der Ehegatten-Subsidiarität zwingend verlangen und wir Mühe haben werden, diese und unsere Honorarordnung zu halten. Herr Dr. Kux hat dies mit den Worten abgetan: "Lassen Sie doch diese leeren Worthülsen".

Wir haben am 29. April 1997 an die Ärztekammer einen Brief geschrieben, wo wir auf alle Bereiche Bezug genommen und nochmals dieses Thema angesprochen und folgende Feststellung getroffen haben:
Der Sprengstoff, der für die Bauern-Krankenversicherung damit gegeben ist, liegt auf der Hand. Es bleibt abzuwarten, ob bei einer Aufhebung der Subsidiarität der Bauern-Krankenversicherung das derzeit geltende - wie wir meinen - moderne System der Bauern-Krankenversicherung weiter aufrecht erhalten werden kann.

Darüberhinaus hat es noch eine Reihe von persönlichen und fernmündlichen Kontakten zwischen Ihnen und den Spitzenvertretern der Sozialversicherungsanstalt der Bauern gegeben. Aus all diesen Gesprächen war unschwer herauszuhören, unter welchen Druck die Sozialversicherungsanstalt der Bauern bei einer Aufhebung der Angehörigen-Subsidiarität kommt. Für diese Personengruppe bedeutet dies eine Kumulation von Schlechterstellungen, die schlicht und einfach nicht zumutbar ist. Mehrfach wurde den Vertretern der Österreichischen Ärztekammer mitgeteilt, daß die Aufhebung der Subsidiarität der Krankenversicherung eine existentielle Frage für die Sozialversicherungsanstalt der Bauern darstellt.

Das bisher einzige konkrete Begehren war Ihr Verlangen nach Verkürzung der Kündigungsfrist, welcher wir entsprochen haben. Dem vielfachen Verlangen der Vertreter der Sozialversicherungsanstalt der Bauern auf strukturelle Veränderungen der Honorarordnung und Absenkung von Tarifspitzen wurden keine konkreten Gegenvorschläge bis heute unterbreitet.

Wenn den bäuerlich Versicherten eine Veränderung des Sozialrechtes mit neuen Beiträgen abverlangt wird (siehe Novelle) ist es unverantwortbar, dieser Berufsgruppe, die durch internationale Entwicklungen große Existenzsorgen hat (allgemein bekannt), weiter ein System zuzumuten - welches keine bessere Versorgung, sondern nur eine höhere Belastung zum Inhalt hat. Es ist aber sozial vertretbar, die 270.000 bäuerlichen Versicherten an das System, wo heute bereits 4,273.000 BürgerInnen sich gut betreut fühlen, anzudocken.

Die Diktion in Ihrem Brief überrascht mich, Unterstellungen weise ich mit aller Entschiedenheit zurück, bedaure, daß Sie bis heute keinen direkten Kontakt zu mir oder zu uns gefunden haben und hoffe, daß Sie anstatt unsachlicher Angriffe meine uneingeschränkte Gesprächsbereitschaft annehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der Sozialversicherungsanstalt
der Bauern
Tel.: 01/797 06 2301

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