Hecht zu Vereinigten Bühnen: "ÖVP ist in der Kulturpolitik nicht vorhanden!"

Wien (OTS) Als "so gut wie nicht vorhanden" bezeichnete heute Gabriele Hecht, Klubvorsitzende und Kultursprecherin des Liberalen Forums, die Kulturpolitik der Wiener ÖVP.

Deutliches Beispiel dafür, wie Kulturpolitik nicht aussehen dürfe, sei der Umgang des neuen Stadtrates mit den Vereinigten Bühnen Wien. "Als politischen Erfolg zu verbuchen, daß ein Unternehmen aufgefordert wird, seine Rücklagen aufzulösen, nenne ich gewagt.", meinte Hecht. " Daß dafür Subventionen reduziert werden, stellt nur eine kurzfristige Einsparung dar und kann vom wirklichen Problem nicht ablenken."
Denn die Jubelrufe des Kulturstadtrats über die potentielle Rücklagenauflösung müßten laut Hecht angesichts der fehlenden strukturellen Verbesserung bei den Vereinigten Bühnen rasch wieder verhallen.

Auch aus den bisherigen Forderungen des Stadtrates an die Vereinigten Bühnen ist erkennbar, daß es sich keineswegs um einen Schritt zur Entpolitisierung handelt, wie Herr Marboe immer wieder betont, sondern daß der Stadtrat der Geschäftsführung Anordnungen erteilt, wie diese den Betrieb zu führen hätte. Bedingungen wie Arbeitsplatzgarantien, Bespielungsgarantie für die Wiener Festwochen etc. stellten massive Eingriffe in das Management dar.

"Auf der anderen Seite vermisse ich eine kulturpolitische Entscheidung, welche Art von Musical in Wien erwünscht ist", so Hecht weiter. "Es muß endlich geklärt werden, ob wir in Wien reine Gastspiele möchten, oder ob sich durch mehr Eigenproduktionen auch eine Kultur um diese Produktionen herum entwickeln kann und ob etwa ein stehendes Orchester Pflicht ist. In diesem Zusammenhang ist auch das Ausbildungswesen für Musical und Tanz wieder neu zu überdenken."

Von diesen elementaren Grundsatzentscheidungen hänge, so die Liberale Kultursprecherin, die Höhe der Subventionen seitens der Gemeinde Wien ab. "Man muß konkret sagen, welche Kulturleistung die Vereinigten Bühnen zu erbringen haben, und wieviel Geld das der Gemeinde Wien wert ist. Die Verantwortlichen sind dann am Ergebnis zu messen. Wie sie die Leistung erbringen, ist ihnen freigestellt."

In die Geschäftsführung eines privatwirtschaftlich geführten Unternehmens aber solle sich die Politik nicht einmischen. "Erst dann kann von einer Entpolitisierung, wie wir Liberale sie uns vorstellen, gesprochen werden", betonte Hecht.

Wenn jetzt sogar das Kontrollamt in erster Linie damit beschäftigt sei, festzustellen, daß ein Unternehmen mit zu großer kaufmännischer Sorgfalt Rücklagen gebildet habe und sich nicht mehr darauf konzentriere, wo zu hohe Ausgaben getätigt wurden und wo möglicherweise öffentliche Gelder ineffizient verwendet wurden, sei für sie die Welt verkehrt, so die Liberale Kultursprecherin, die als Wirtschaftstreuhänderin wenig Verständnis für diese Vorgangsweise zeigte. Die Rücklagenbildung sei für jeden, der einen Blick in die Bilanz der Vereinigten Bühnen werfe, sofort ersichtlich. Zudem gebe es jedes Jahr einen Bericht eines Wirtschaftsprüfers.

Die Subvention der Gemeinde Wien habe sich an den erwünschten Ergebnissen und an dem zu orientieren, was entsprechend dem politischen Willen im Rahmen des Budgets dafür zugeschossen werden soll. "In modernen Städten Europas funktioniert die gesamte Stadtverwaltung nach diesem Liberalen Prinzip, in Österreich ist das offenbar sogar bei einem privatwirtschaftlich geführten Unternehmen unmöglich", meinte Hecht abschließend.

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