Aktuelle Diskussion zur Entgeltgestaltung im Mobilfunk

Wien (OTS) - Der Mitbewerber max.mobil verrechnet seit Aufnahme seiner Tätigkeit im Oktober 1996 einen in Europa branchenüblichen Kostenersatz für die Bezahlung der Handy-Rechnung mit Zahlschein.

Für die Mobilkom Austria AG war es bisher nicht möglich, bei den Kunden die Kosten für diese Aufwendungen einzuheben. Bis zur Liberalisierung waren die Gebühren gesetzlich geregelt, Änderungen daher schwer durchführbar. Darüber hinaus gehörte der Mobilfunkbereich bis zur Ausgliederung im Vorjahr zur Post & Telekom Austria (PTA) und hatte daher keine Kostenrechnung. Die Mobilkom Austria AG ist erst seit November 1996 ein selbständiges Unternehmen. Nach der Ausgliederung wurde auch eine eigene Kostenrechnung etabliert.

Im Sinne einer marktgerechten und kostenorientierten Tarifpolitik muß die Mobilkom Austria AG so wie andere Mobilfunkunternehmen auf der einen Seite wettbewerbsfähige Produkte und Tarife anbieten und auch der anderen Seite für kostenintesive Aufwendungen einen entsprechenden Kostenersatz in Rechnung stellen.

Die Höhe des Kostenersatzes von ATS 30,- deckt nicht die Kosten ab, die durch die aufwendige Bearbeitung von Zahlscheinen, Zinsverlusten und anderen Effekten, wie z.B. Zahlungsausfälle entstehen. Während nur 16 Prozent der A1-Kunden ihre Rechnung mit einem Abbuchungsauftrag bezahlen, liegen der Mitbewerber und vergleichbare Mobilfunkunternehmen in Europa bei durchschnittlich 65 Prozent. Würde jetzt die Mobilkom Austria AG auf diese Aufwandsentschädigung verzichten, wäre dies gegenüber dem Mitbewerber ein gravierender Wettbewerbsnachteil, da ja max.mobil diese Verrechnungsart seit jeher praktiziert.

Im September informierte die Mobilkom Austria AG ihre Kunden und die Öffentlichkeit darüber, daß für die Zahlung der Mobilkom-Rechnung mit Erlagschein in Zukunft auch von der Mobilkom Austria AG ein branchenüblicher Kostenersatz von ATS 30,- verrechnet wird.

Diese Ankündigung löste eine Diskussion darüber aus, ob Entgeltbestimmungen grundsätzlich verändert werden würden und ob das Einfordern eines Kostenersatzes für die Zahlung mit Zahlschein gerechtfertigt ist.

Nach dem Telekommunikationsgesetz ist laut § 18 Absatz 2 - ebenso wie in dem bis zum 31. Juli 1997 geltenden Fernmeldegesetz von 1993 -eine einseitige Vertragsänderung möglich und eine Änderung der Entgeltbestimmungen daher nicht genehmigungspflichtig.

Diese Regelung ist auch deswegen sinnvoll, weil in einem wettbewerbsintensiven Geschäft die Entgeltbestimmungen - sprich Tarfifsenkungen - rasch erfolgen müssen. Seit Juli 1996 hat die Mobilkom Austria AG bereits zwei Tarifsenkungen vorgenommen.

Die oberste Fernmeldebehörde hat diese Rechtssituation gegenüber dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) und der Öffentlichkeit bekräftigt. Demnach ist eine Änderung der Zahlungsmodalitäten von seiten der Mobilkom Austria AG nicht genehmigungspflichtig. Daher kann Kunden, die weiter mit Erlagschein zahlen wollen, ein Kostenersatz von ATS 30,- in Rechnung gestellt werden.

In den vergangenen Wochen wurden in mehreren gemeinsamen Gesprächen mit dem VKI, der Arbeiterkammer, der obersten Fernmeldebehörde und der Mobilkom Austria AG nochmals alle Argumente auf den Tisch gelegt, um eine Klärung der Situation herbeizuführen.

Der VKI will einen Musterprozeß führen und fechtet dabei den §18, Absatz 2, des Telekommunikationsgesetzes an. Die Mobilkom Austria AG sieht dem ganzen gelassen entgegen. In Deutschland gibt es zu dieser Problematik bereits ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 31.10.1996 (Urteil vom 31.10.1996, 6 U 206/95). Darin wurde festgehalten, daß es zulässig ist, von Kunden eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr zu verlangen, die mit Erlagschein oder bar zahlen. Es ist davon auszugehen, daß sich die österreichischen Gerichte der deutschen Betrachtung anschließen werden.

Die Mobilkom Austria AG weist die Vorwürfe des VKI zurück und legt ihm als Verbraucherschutzorganisation nahe, in dieser Sache neutral zu agieren und einen Überblick über den gesamten Mobilfunk-Markt zu geben.

Die Mobilkom Austria AG wird nun ab Jänner 1998 diesen Kostenersatz jenen Kunden in Rechnung stellen, die an der Zahlung per Erlagschein festhalten. Zuvor wird es noch eine ausführliche Information für die Kunden geben.

Aktuelle Marktentwicklung: Großer Vorsprung bei Neukunden:

68,5 % entschieden sich im September für das A1-Netz

Im vergangenen Monat konnte die Mobilkom Austria AG 34.700 Neukunden gewinnen. Insgesamt lag die Anzahl der GSM-Neukunden im September bei 50.625. Davon beträgt allein der Anteil der A1-Netzbenutzer 68,5 Prozent. Derzeit telefonieren insgesamt 771.700 Kunden in den drei Mobilfunknetzen A1, D und C. In ganz Österreich gab es Ende September 889.800 Mobilfunk-Kunden.

Aufteilung der Mobilfunk-Kunden (Stand Ende September 1997):

A1-Netz: 502.900 Kunden
max.mobil: 118.100 Kunden
D-Netz: 258.800 Kunden
C-Netz: 10.000 Kunden
gesamt: 889.800 Kunden

Rückfragen & Kontakt:

Mobilkom Austria AG
Ing. Martin Bredl
Tel.: 01/331 61-4120

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