VKW: Presseinformation 15. Oktober 1997

Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.

Fragen bitte an Dr. Peter Schmid unter Tel 05574/6012600 richten.

Ad-Hoc Mitteilung von: VKW

Bregenz, 15. Oktober 1997 PRESSEINFORMATION
VKW beschließt Strompreisnachlaß für Großkunden; Schiedsgerichtsverfahren mit Verbundgesellschaft positiv abgeschlossen;
Investitionen im Telekombereich;
VKW-Vogel & Müller GmbH erhält Großauftrag _______________________________________________________

Strompreissenkung

In der Sitzung vom 14. Oktober 1997 hat der Aufsichtsrat der VKW über das vom Vorstand vorgeschlagene Modell zur freiwilligen Strompreissenkung für Großkunden beraten und den Vorstand ermächtigt, dieses bereits ab Oktober 1997 zu realisieren.

Bekanntlich erfolgt im Frühjahr 1999 der erste Schritt zur teilweisen Liberalisierung des europäischen und des österreichischen Elektrizitätsmarktes. In Österreich befinden sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Ausarbeitung. Ziel der Strompreissenkung ist es, den Großkunden bereits jetzt Kostenvorteile zu ermöglichen und die Partnerschaft mit dieser Kundengruppe weiter zu verstärken.

Das vorgeschlagene Modell sieht vor, Großkunden unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit - folgende Nachlässe auf die bezogene Energiemenge (Kilowattstunden), also auf die Arbeitspreise, zu gewähren.

Für den Bezug über 100.000 kWh pro Monat im Hochtarif bzw. über 50.000 kWh pro Monat im Niedertarif
5 %

Für den Bezug über 200.000 kWh pro Monat im Hochtarif bzw. über 100.000 kWh pro Monat im Niedertarif
10 %

Für den Bezug über 400.000 kWh pro Monat im Hochtarif bzw. über 200.000 kWh pro Monat im Niedertarif
15 %

Für die Ermittlung des Nachlasses werden die Monatsbezüge verschiedener Betriebsstätten eines Kunden, die nach demselben Tarif abgerechnet werden, zusammengefaßt.

Die Berechnung des Nachlasses erfolgt monatlich und führt dadurch
- abhängig von der Verbrauchsmenge - zu monatlich unterschiedlich hohen Nachlässen. Die Höhe des Nachlasses wird mit maximal 10 Prozent der jeweiligen Monatsnettostrompreisrechnung begrenzt.

In den Genuß der Strompreissenkung können insgesamt rund 80
Kunden aus den Bereichen Industrie, Gewerbe und dem öffentlichen Bereich (Autobahntunnels, Kläranlagen etc.) in Vorarlberg und im Allgäuer Versorgungsgebiet gelangen.

Der Strompreisnachlaß wird von der VKW freiwillig auf
Vertragsdauer eingeräumt. Als Gegenleistung für die
Einräumung des Nachlasses verpflichten sich die Kunden,
mindestens zwei Jahre über den erstmöglichen Markteintritt als zugelassene Kunden, der für die vier größten Kunden aus heutiger Sicht frühestens im Jahr 2000 eintritt, hinaus ihren Strombedarf bei der VKW zu decken. Möchte der Kunde vor Ablauf dieser Frist
den Vertrag lösen, so ist dies bei Rückzahlung des in Anspruch genommenen Nachlasses möglich.

Eine solche Strompreissenkung für die Großkunden ist gegenüber den Kundengruppen Haushalt und Gewerbe auch deshalb
gerechtfertigt, da diese Kundengruppen im österreichweiten Vergleich in Vorarlberg überproportional besser gestellt sind als die Sondervertragskunden.

Für die VKW ergeben sich auf Basis der Verbrauchswerte 1996 für das gesamte Versorgungsgebiet Mindererlöse von rund 35 Mio. ATS. Die Erlöseinbußen sollen durch weitere Rationalisierungen und Kostenreduzierungen im Unternehmen und durch eine intensive
Nutzung der Möglichkeiten des internationalen Energiemarktes wettgemacht werden.

Die VKW sieht in diesen Strompreisnachlässen, die bereits ab Oktober 1997 wirksam werden sollen, neben der marktstrategischen Bedeutung auch einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Vorarlberg und zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Vorarlberger Wirtschaftsunternehmen.

Schiedsgerichtsverfahren mit der Verbundgesellschaft

Im Rahmen der Erhöhung ihres Stromtarifes im Jahre 1992 wurde von der Verbundgesellschaft für die Strombezüge der VKW dieser erstmals ein Zuschlag in Höhe von 3,3 Groschen pro Kilowattstunde zum Arbeitspreis berechnet. Von der VKW wurde der Zuschlag wegen mangelnder vertraglicher Berechtigung nicht anerkannt und daher
auch nicht bezahlt. Verschiedene Versuche zur einvernehmlichen Beilegung dieses Problems scheiterten. In einem vor kurzem abgeschlossenen Schiedsverfahren wurde der Rechtsstandpunkt der
VKW bestätigt. Die VKW erspart sich damit bei ihren Strombezügen die von der Verbundgesellschaft jährlich zusätzlich geforderten ca. 15 Mio. ATS.

Investitionen im Telekombereich

Bereits im Jahre 1996 hat die VKW zusammen mit der Vorarlberger Illwerke AG ein LichtwellenleiterBackbonenetz in Vorarlberg aufgebaut, das die Ballungszentren vor allem im Rheintal und im Walgau erschlossen hat. Der Investitionsaufwand der VKW belief
sich 1996 auf rund 26 Mio. ATS.

Die Nachfrage von Vorarlberger Firmen und Institutionen nach Telekommunikationsanschlüssen übertrifft die seinerzeitigen Erwartungen bei weitem. Die Firma max.mobil strebt aus Konkurrenzgründen schon 1997 die nahezu vollständige Versorgung des Landes Vorarlberg an und errichtet daher ca. 37 Standorte,
wovon 35 durch die VKW angeschlossen werden.

Aufgrund dieser positiven Marktentwicklung investiert die VKW deshalb 1997 weitere 40 Mio. ATS in den Ausbau
ihrer Telekom-Infrastruktur. Rund 30 Mio. ATS entfallen auf den Ausbau des Leitungsnetzes. Rund 10 Mio. ATS werden für Geräte zur Netzsystemüberwachung, Netzknoten und Kundenanschlüsse aufgewendet.

VKW-Vogel & Müller GmbH erhält Großauftrag

Im Frühjahr 1997 hat sich die VKW mit 49 Prozent an dem Vorarlberger Anlagenbauer und Engineeringunternehmen Vogel &
Müller beteiligt. Vorerst wurde ein besonderer Schwerpunkt auf
die Verstärkung des Vertriebsapparates und auf aktive Verkaufstätigkeit gelegt. Als erster großer Verkaufserfolg kann der Zuschlag für die Errichtung des Kompostierwerkes in Hannover gesehen werden. Zusammen mit einem deutschen Konsortialpartner
wird die Anlage bis Ende 1999 errichtet, wobei der Anteil von der VKW-Vogel & Müller GmbH für die Verfahrens- und Belüftungstechnik über 40 Mio. ATS beträgt.

102315

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HEA/KILOWATTSTUNDEN