Gastronomiebetriebe auf der Suche nach zweitem Standbein

Hinterleitner: Steuerliche Maßnahmen zur Förderung der Eigenkapitalbildung dringend nötig

Wien (PWK) - Die österreichischen Gastronomiebetriebe verzeichnen immer weniger Erlöse aus dem "klassischen" Verpflegungsgeschäft. Umsatzrückgänge in diesem Bereich werden immer öfter durch Geschäftstätigkeiten außerhalb des eigentlichen Kerngeschäfts ausgeglichen. ****

Wie der soeben fertiggestellte Betriebsvergleich, der die Betriebskennzahlen des österreichischen Gastgewerbes für das Bilanzjahr 1995 enthält, zeigt, hat sich der Anteil der Erlöse aus betriebsfremden Tätigkeiten, wie etwa Nebenbetriebe im Bereich des Gewerbes oder Handels, Verkauftstätigkeiten, Vermietung von Spiel-und Sportanlagen etc zwischen 1994 und 1995 mehr als verdoppelt. "Viele Betriebe im Gastgewerbe beginnen offensichtlich bereits, sich nach einem zweiten Standbein umzusehen", erklärt dazu der Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Helmut Hinterleitner.

Die Investitionstätigkeit im Gastgewerbe ist nach dem Einbruch im Jahr 1994 wieder im Steigen begriffen. 1995 wurde bereits wieder mehr als die ordentlichen Abschreibungen investiert. Nach wie vor erfolgen diese Investitionen aber nahezu ausschließlich mit Fremdkapital. Mit 77 Prozent des (bereits um die stillen Reserven aufgewerteten) Gesamtkapitals hat der Verschuldungsgrad einen neuen Höchststand erreicht.

"Dies ist liquidationsmäßig eine Katastrophe", unterstreicht Hinterleitner: "Bereits seit Jahren urgieren wir als Interessensvertretung steuerliche Maßnahmen, die es den Betrieben erleichtern, Eigenkapital zu bilden".

Gerade auf den gastgewerblichen Betrieben laste ein enormer Investitionsdruck. Maßnahmen wie die steuerliche Begünstigung nicht entnommener Gewinne, die Möglichkeit einer steuerbegünstigten Dotierung eines Reparatur- und Instandhaltungsfonds oder kürzere Abschreibungszeiten für die üblicherweise besonders beanspruchten Sanitäranlagen könnten dazu beitragen, daß viele Betriebe nicht über Gebühr ausgezehrt werden und wieder auf gesunden Beinen stehen.

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Dr. Thomas Wolf
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