Bundestierschutzgesetz - "Damit Tierschutz nicht vor die Hunde geht"

Wien (OTS) - 18 Monate sind es her, als fast eine halbe Million ÖsterreicherInnen mittels Volksbegehren dem Wunsch nach einem Bundestierschutzgesetz Ausdruck verlieh. Eine politische Umsetzung dieser klaren Willensäußerung scheiterte bislang am vehementen Widerstand der ÖVP. Mit der heutigen Kundgebung am Wiener Stock-im-Eisen-Platz, ab 10.00 Uhr, möchten Tierschutzorganisationen ein gemeinsames Zeichen für die Realisierung eines Bundestierschutzgesetzes setzen. Das Tierhilfswerk Austria (THWA) plädiert dabei vor allem für einheitliche Hundeschutzregelungen.

Bei der Kundgebung stellen Tierschützer verschiedene tierquälerische Praktiken dar, die nach dem geforderten Bundestierschutzgesetz verboten wären. So simulieren Aktivisten Widderkämpfe oder zeigen die Kastenstandhaltung von Schweinen. Die vertretenen Organisationen sind neben dem Tierhilfswerk Austria die Aktion "Ein Recht für Tiere", der Internationale Bund der Tierversuchsgegner, RespekTiere, Tierschutz Aktiv Tirol, Oberösterreichische Tierwacht sowie der Verein gegen Tierfabriken.

Das Tierhilfswerk Austria informiert unter dem Motto: "Damit Tierschutz nicht vor die Hunde geht" über den Schwerpunkt Hundeschutz in Österreich. Im konkreten kritisiert das THWA folgende Mißstände:

  • Kupieren von Hundeohren - bzw. Ruten
  • Durchtrennen von Stimmbändern
  • Kettenhundehaltung
  • Verzehr von Hundefleisch
  • Qualzüchtungen
  • Massenimport von "Osthunden"

Mag. Alexander Willer, THWA-Kampagnenleiter Hunde: "Es ist kaum nachvollziehbar, nach welchen Kriterien Tierschutz in Österreich gehandhabt wird. In Wien ist das Ohrenkupieren legal, im Burgenland hingegen illegal. In Salzburg dürfen Hundestimmbänder durchtrennt werden, im benachbarten Oberösterreich nicht. In Vorarlberg können Hunde oder Katzen zur Nahrungsmittelbeschaffung getötet werden, in Tirol nicht. In der Steiermark muß eine Hundekette knappe 5m lang sein, in Salzburg 15m. Ein strenges Bundesgesetz muß mit all diesen regionalen Willkürregelungen Schluß machen."

THWA-Präsident Christian Janatsch: "Tierschutz betrifft uns alle und darf daher nicht örtlichen Interessen oder wahltaktischen Überlegungen unterworfen sein. Die ÖVP fürchtet um die Stimmen der Bauern und mobilisiert diese gegen die Tierschützer. Durch Überzeugungsarbeit müssen wir dem entgegenwirken und den politischen Druck auf die Volkspartei erhöhen."

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THWA
Mag. Alexander Willer, Christian Janatsch
Tel.: 02243/229 64

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