Gentechnik wächst rasant - keine Schadensfälle

Hanreich: Entscheidend sind präventive Kontrollen und die Einhaltung von Sicherungsmaßnahmen

Wien (PWK) - "Die Gentechnologie gilt als eine der Schlüsselfaktoren für das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der Zukunft. Österreich darf sich durch überzogene Haftungsregeln nicht aus dieser Entwicklung ausklinken", erklärte Hanspeter Hanreich, Leiter der rechtspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, anläßlich eines Expertenhearing zur Gentechnikhaftung kürzlich im Haus der Wirtschaft. Aus aktuellem Anlaß - im Bundesministerium für Justiz werden Vorschläge zur Regelung von Haftungsfragen im Rahmen des Gentechnikgesetzes ausgearbeitet - diskutierten Experten der Sozialpartner und Ministerien sowie Wissenschafter aus Unternehmen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, über spezifische Probleme und Risikopotentiale der Gentechnologie, die aus Sicht der Juristen besondere Haftungsnormen erforderlich machen könnten. ****

Das Haftungsrecht solle, so Hanreich, der Minimierung volkswirtschaftlicher Kosten von vorhersehbaren Schäden dienen. In der gegenwärtigen Diskussion über Gentechnikhaftung habe man aber den Eindruck, daß genau das Gegenteil beabsichtigt ist. Es sei an der Zeit, diese Diskussion wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Der österreichische Gesetzgeber solle sich stärker an den Einschätzungen in der Bundesrepublik Deutschland orientieren. Dort sei die Bundesregierung in einem Ende 1996 veröffentlichten Bericht an das Parlament über die Erfahrungen mit dem Gentechnikgesetz zum Ergebnis gelangt, daß ,Gentechnik keine Risikotechnik" sei. Dies bestätigte auch Univ.Prof. Kreil von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. "Seit 1960 sind weltweit hunderttausende Experimente dokumentiert, bei denen es zu keinem einzigen Zwischenfall gekommen ist, der sich auf gentechnische Verfahren zurückführen lasse", betonte Kreil. Die Methoden werden beherrscht und seien so ausgereift, daß sie bereits von kleineren und mittleren Unternehmen, von Wissenschaftlern anderer Disziplinen, wie Medizinern, Tierärzten, Kunststofftechnikern etc. ohne intensive Einschulung risikolos durchgeführt werden könnten.

Univ.Prof. Swetly erläuterte, daß neue Medikamente praktisch nur noch mit Hilfe gentechnischer Verfahren hergestellt werden könnten. Eine generelle Verteufelung von gentechnischen Verfahren würde dem Wirtschaftsstandort Österreich erheblichen Schaden zufügen. "Die Risken der Gentechnologie sind durch das strenge Gentechnik-Gesetz schon heute beherrscht. Wer sich allerdings über die Auflagen und Verpflichtungen hinwegsetzt, soll schadenersatzrechtlich voll zur Verantwortung gezogen werden", so Swetly.

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