Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Erwachsenenbildung des Bundesministeriums für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Minoritenplatz 5

Wien (OTS) - 1010 Wien, Tel.: 53120 -4626, -4627, -4606, -4630, -4631, -4632

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

mit Erstaunen mußten wir zur Kenntnis nehmen, daß für die Abteilung Erwachsenenbildung eine neue Leitung vorgesehen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung sind von der selbstverständlichen Tatsache ausgegangen, daß die Leitung der Abteilung Erwachsenenbildung öffentlich ausgeschrieben wird und aufgrund objektiver Kriterien die bestqualifizierte Bewerberin oder der bestqualifizierte Bewerber mit dieser wichtigen Führungsaufgabe betraut wird.

Umso mehr hat uns diese Vorgangsweise erstaunt, als die Erwachsenenbildung der Bildungssektor der Zukunft ist. Eine Tatsache, die international unbestritten ist und die Sie selbst immer wieder betonen. Die Nachbesetzung der Stelle mit einer fachlich hochqualifizierten, im Bereich der Erwachsenenbildung verankerten Kraft ist unabdingbare Voraussetzung für eine konstruktive, zukunftsweisende Arbeit.

Darüberhinaus ist auch die Trennung der konzeptiven, inhaltlichen Arbeit vom Budget vorgesehen; eine Konstruktion, die der Sache der Erwachsenenbildung nicht dienlich ist und kaum als taugliche Arbeitsbasis bezeichnet werden kann.

Die geplante Zusammenlegung der Abteilung Erwachsenenbildung mit dem Bereich IV des Zentrums für Schulentwicklung ist auch bildungspolitisch ein massiver Einschnitt. Die Erwachsenenbildung muß ihre Eigenständigkeit bewahren, ihre finanziellen Mittel müssen erhöht werden, um die Forderung nach Bildung für alle realisieren zu können.

Diese Fusionierung bedeutet außerdem eine Mißachtung des Ausschreibungsgesetzes und stellt damit eine besonders raffinierte Umgehung des Gleichbehandlungsgesetzes dar.

Wir wenden uns an Sie, Frau Bundesministerin, weil wir wissen, daß Ihnen die Interessen der Erwachsenenbildung ein Anliegen sind und Sie sich stets für die Besserstellung der Frauen eingesetzt haben; nichtzuletzt haben Sie im Hause den Frauenförderungsplan erlassen, der unter anderem bestimmt, daß ein Frauenanteil von mindestens 40 % für Führungspositionen vorzusehen ist.

Wir bitten Sie daher, sowohl die Bestellung als auch die Neuorganisation der betroffenen Abteilungen zu überdenken.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Erwachsenenbildung sind empört darüber, wie hier mit einer relevanten Leitungsposition verfahren wird und daß eine funktionierende Abteilung zerrissen werden soll. Dies umso mehr, als es sich dabei um eine Vorgangsweise handelt, die der in der Öffentlichkeit massiv geäußerten Forderung nach mehr Transparenz und Kompetenz so ganz und gar widerspricht.

OR Mag. Regina Barth, Stellvertretende Leiterin der Abt. V/18

OR Mag. Regina Rose, Leiterin des Referates V/18 b

OR Mag. Gabriela Khannoussi-Gangoly

VL Mag. Sonja Euller, (derzeit auf Urlaub)

ADir Johanna Streithofer, Leiterin des Referates V/18 a

VB I/b Robert Kramreither

Silvia Lahvice-Steiner

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