100 Wissenschaftler gegen die Kraftwerke am Streimbach

Innsbruck/Wien (OTS) - Eine beeindruckende Zahl von Wissenschaftlern, die sich mit ihrer Unterschrift für die Erhaltung des Naturraumes Tiroler Lechtal und seiner Seitentäler aussprechen, präsentierte das Forum Österreichischer Wissenschaftler in seiner heutigen Pressekonferenz in Inns-bruck. Die Wissenschaftler-Vereinigung, die der Manipulation und Verfälschung fachlicher Aussagen und Gutachten konsequent entgegentritt, kritisierte die mangelnde ganzheitliche und umfassende Sicht in der Entscheidung über den Bau des Kraftwerksprojektes am Streimbach.

Univ. Prof. Dr. Fritz Schiemer, Präsident des Forums: "Die bisher vorgelegten Gutachten sind völlig unzureichend und dürfen keine Grundlage für eine positive Entscheidung darstellen. Das Forum wird an die EU herantreten, um eine Ausweisung des betroffenen Naturraumes als NATURA 2000-Gebiet zu erreichen."

Univ. Prof. Dr. Roland Psenner, Prof. für Limnologie: "Drei Viertel aller Flüsse der Nordhalb-kugel sind verbaut, abgeleitet oder sonst stark beeinflußt. Von den 2813 km der Bundes-flüsse sind nur mehr 4% als natürlich anzusehen. Unsere Forderung ist bescheiden: Ein (1) natürliches bzw. naturnahes Flußsystem in Tirol!

Die Forums-Experten Univ. Prof. Dr. Roland Pechlaner und Univ. Prof. Dr. Stefan Schleicher in einer dem Podium übermittelten Stellungnahme: Prof. Pechlaner: "Die vielschichtigen Auswirkungen auf den Lech durch das Kraftwerksprojekt wurden in den bis-herigen Verfahren überhaupt nicht berücksichtigt. Der Lech würde nicht nur in seiner Ursprünglichkeit beeinträchtigt, die einzigartig in Europa ist, sondern auch hinsichtlich Gewässergüte, Grundwasserqualität und in seinem wirtschaftlichen Wert als Fischwasser."

Prof. Schleicher, Energieexperte des Forums: "Projekte wie das Kraftwerksprojekt Streim-bach sind gerade hinsichtlich der Neustrukturierung der österreichischen Energiewirtschaft und der Strommarkt-Liberalisierung in der EU im besonderen zu beurteilen. Diese Evaluier-ung ist auch im Anlaßfall Streimbach vorzunehmen."

Rückfragen: Forum Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz Veronika Krainz, Pressereferentin, Wien Tel. 01/585 29 85 (bitte auch Nachricht auf Band hinterlassen) 1060 Wien, Mariahilfer Str. 77-79/Haus A/4. Stk.

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