Eurocommerce: Kongreß tagte in Wien

Erstmals Gespräche von Vertreter des europäischen Handels mit EU-Beitrittskandidaten

Wien (PWK) - Kürzlich fand in Wien über Einladung des Wiener Außenhandels unter Vorsitz von Generalkonsul Karl Pisec eine Tagung der Eurocommerce - der europäischen Interessensvertretung des Handels - statt. Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner eröffnete die Tagung und nahm ebenso wie Nationalratsabgeordneten Fritz König zu Fragen der EU-Osterweiterung Stellung. Im Rahmen der Tagung diskutierten Vertreter der Zentral- und osteuropäischen Staaten mit Repräsentanten der Europäischen Kommission und Vertretern der Eurocommerce, wobei viele handelsspezifische Fragen im Rahmen der Osterweiterung sowie Chancen und aktuelle Probleme ausführlich erörtert wurden. ****

Karl Pisec, Vizepräsident der Eurocommerce und dort für den Außenhandel und insbesondere für die Beziehungen des europäischen Außenhandels zu Zentral- und Osteuropa zuständig: "Der Außenhandel nimmt eine Vorreiterrolle in der Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen und der Heranführung der Beitrittskandidaten an das Niveau der EU ein. Die Grenzöffnung für den Warenverkehr, sowohl im Ex- als auch im Import zwischen der EU und diesen Ländern ist ein erstrangiges Ziel. Die EU-Osterweiterung wird in den nächsten Jahren neben dem Euro d a s zentrale Thema sein."

Die Delegierten verabschiedeten einhellig eine Resolution, in der man sich für die rasche Umsetzung der Osterweiterung aussprach. Die Osterweiterung dürfe nicht durch Protektionismus geprägt sein. Eine weitere Forderungen waren der Abbau von Handelshemmnissen. Anti-Dumpingmaßnahmen und nicht tarifarische Handelshemmnisse dürften nicht mißbräuchlich verwendet werden. Durch den Abbau der Bürokratie und des Zolls sowie durch einheitliche Rahmenbedingungen für die Zertifizierung sollen stabile Rahmenbedingungen für den Handel geschaffen werden. Im Rahmen der Tagung wurde auch auf die Bedeutung der EU-Programme Phare und Tacis für die Unternehmen hingewiesen.

Besonders die praktischen Probleme des Handels standen im Mittelpunkt des Treffens. Die wichtigsten Problembereiche des gegenseitigen Handels wurden besprochen und müssen im Zuge der EU-Erweiterung einer Lösung zuführt werden. Diese sind:

schlechte Infrastruktur an der Grenze und lange Wartezeiten umständliche Zollverfahren und Importzölle
unüberschaubare Bürokratie
Nichteinhaltung der vereinbarten Lieferzeiten und "freie" Auslegung von Vertragsklauseln

unklare Rechtssituationen
Finanzierungs- und Geldtransferfragen (insbesondere Zeitverzögerung)

"Österreich hat schon aufgrund seiner geographischen Lage im Herzen Europas und seiner traditionellen historischen Verflechtungen mit dem mittel- und osteuropäischen Raum eine Drehscheiben- und Brückenfunktion im Handel mit diesen Ländern und spielt daher in der Frage der EU-Osterweiterung eine zentrale Rolle", betonte Picec. Abschließend wurden die Zentral- und Osteuropäischen Handelsverbände und Unternehmen auch eingeladen, Mitglied der Eurocommerce zu werden.

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Dr. Manfred Kandelhart
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