Bauer: Keine Verurteilung vor Vorliegen der Machbarkeitsstudie

Niederösterreich, 8.10.1997 (NÖI) "Mit eindeutigen Fehlinformationen zum Thema Kinderbetreuungsscheck hat sich
heute Landesrätin Votruba an die Öffentlichkeit gewandt. Man sollte zumindest das Vorliegen einer Machbarkeitsstudie
abwarten, bevor man ein Modell als 'ungedeckten Scheck'
bezeichnet", fordert VP-Frauenchefin NAbg. Rosemarie Bauer.****

Die Grundidee des Betreuungsschecks ist, den Eltern für die Kinderbetreuung einen bestimmten Betrag direkt auszuzahlen. Die Eltern können mit dem Scheck die Kinderbetreuung einkaufen oder teilweise oder ganz selber übernehmen.

o Die Höhe des Betreuungsschecks orientiert sich am derzeitigen Karenzgeld und soll keineswegs geringer ausfallen.
o Es steht kein Erwerbsverbot.
o Der Scheck kommt allen Müttern/Vätern in gleicher Familiensituation zugute.
o Verlängert die Zeitspanne der Wahlfreiheit, was besonders für Alleinerzieherinnen gefordert wird.
o Geht auf die Anzahl der Kinder ein und wird anteilig je Kind gewährt.
o Die Finanzierung erfolgt durch Umschichtungen und durch die Neustrukturierung des Familienlastenausgleichs in einen Familienleistungsausgleich.

Der Nebenaspekt der Selbstversicherung ist - so Bauer -
positiv zu sehen, da der Versicherungsverlauf kontinuierlich
gegeben wäre.

"Wenn man bedenkt, daß die Pläne der Ministerinnen Prammer
und Hostasch genau in diese Richtung hin zielen. Da Prammer
sogar die Witwenpension abschaffen will, ist jede Frau nur gut beraten, für eine lückenlose eigene Pensionsversicherung vorzusorgen", so Bauer.

Abschließend fordert Bauer alle Kritiker des
Betreuungsschecks auf, mit der Verurteilung des Modells
wenigsten so lange zu warten, bis es vorliegt. Sofort kann man
aber damit beginnen, die Anliegen und Bedürfnisse der Frauen wahrzunehmen und zu berücksichtigen.

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NNV/NÖI