Muzik: Semmering - ein trauriges Beispiel der VP-Politik und ihrer Zukunft

Expertengutachten sind der VP offenbar nur dann etwas wert, wenn sie ihr politisch nützen!

St. Pölten, (SPI) - "Nachdem gestern internationale Fachleute und anerkannte Experten auf dem Gebiet des Verkehrswesens im Rahmen einer Pressekonferenz der Industriellenvereinigung von Kärnten und Steiermark ihre rasche Forderung nach dem Bau des Semmering-Bahntunnels erneuert haben und diesem eine "lebenswichtige
Bedeutung für den Süden Österreichs" zuordneten, demaskierten sie damit klar die verkehrspolitische Kompetenz der Niederösterreichischen Volkspartei und ihres Landeshauptmannes Erwin Pröll. So entlarvt ein Statement des Vorstands des Instituts für Verkehrsplanung der TU Wien, Peter Cerwenka, klar und deutlich die Argumentationslinie der NÖ-VP als billigen und gefährlichen Unsinn. Cerwenka: "Auf der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Semmeringstrecke sei kein moderner Bahnverkehr möglich, und diese lasse sich aus Denkmalschutzgründen auch nicht mehr entscheidend verbessern."****

Weiters bezeichnete Cerwenka die alte Ghega-Strecke als "Dauerbaustelle", an 276 Tagen des Jahres 1996 sei nur
eingleisiger Betrieb möglich gewesen. Die Folge des erschwerten Bahnbetriebes sei es, so Cerwenka, daß das Güteraufkommen der Straße über den Semmering um 10 Prozent pro Jahr wachse, während die Schiene mit einem Plus von drei Prozent deutlich zurückbleibe. "Dies paßt offenbar ganz in das Konzept der VP-NÖ, welche immer dem Straßenverkehr - siehe Semmering-Straßentunnel - eine höhere Priorität zugeordnet hat als dem Schienenverkehr", stellt der Verkehrssprecher der NÖ-Sozialdemokraten, Labg. Hans Muzik fest.

So "nebenbei" forderten die Präsidenten der steirischen und der kärtnerischen Industriellenvereinigung ebenfalls den Bau des Basistunnels, denn ohne den Bau "ist ein Verlust Wiens als Drehscheibenfunktion als Verkehrsknoten für Osteuropa zu befürchten". "Diese Stellungnahmen zeigen auch deutlich den VP-internen Konflikt rund um den Semmeringtunnel, wobei sich Pröll
auf Kosten der Länder Steiermark, Kärnten und des Bundes offenbar profilieren will. Ein trauriges Beispiel für eine nicht vorhandene zukunftsgerichtete Politik der VP-NÖ", so Labg. Muzik.

"Prölls Wahlkampfslogan "Ein Land geht seinen Weg" zeigt sich als äußertest kurzsichtiger Ausblick - denn Pröll denkt offenbar nur bis zur nächsten Landtagswahl, um seine Macht abzusichern. Von der VP-NÖ ist keine zukunftsgerichtete Politik mehr zu erwarten, denn ausschließlich mit der Zielsetzung auf den Machterhalt konzentriert, verspielt Pröll leichtfertig die Chancen des Wirtschaftsstandorte Niederösterreich und anderer Bundesländer. Doch was Pröll "gerecht" wird, hat ganz Niederösterreich und die Republik zu leiden - ein Faktum, daß die Bevölkerung klar erkennen wird", stellt SP-Verkehrssprecher Labg. Hans Muzik abschließend fest.
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