Votruba: Kinderbetreuungsscheck wäre große Falle für Frauen

SP-Frauen starten am Freitag landesweite Info-Aktion

St.Pölten (NLK) - Mit einer landesweiten Info-Aktion in einer
Reihe von Städten und Gemeinden, die am kommenden Freitag. 10. Oktober, um 13 Uhr in Schrems startet, wollen die niederösterreichischen SPÖ-Frauen vor den Überlegungen warnen, einen Kinderbetreuungsscheck einzuführen. Das kündigte heute Landesrat Traude Votruba, die Frauenvorsitzende der "blau-gelben" Sozialdemokraten, an. "Wir wollen mit den Betroffenen diskutieren, um aufzuzeigen, daß der Kinderbetreuungsscheck eine gro-ße Falle für die Frauen bedeuten würde", verwies Votruba auf die Machbarkeitsstudie eines Instituts, in der aufgelistet wird, was
zur Finanzierung dieser Maßnahme heran-gezogen werden müßte. Daß eine Mutter Geld erhalte, um selbst die Kinderbetreuung
auszuwählen und zu bezahlen, klinge für viele im ersten Moment positiv. Wenn man diese Idee aber hinterfrage, werde man erkennen, welche Nachteile der Kinderbe-treuungsscheck hätte. Denn mit der Einführung eines Schecks in der Höhe von etwa 6.000 Schilling pro Monat würden gleichzeitig das Karenzgeld, die Wiedereinstiegs-beihilfe, die Sondernotstandshilfe, die Teilzeitbeihilfe, die Kinderbetreuungsbeihilfe und der Alleinverdienerabsetzbetrag gestrichen werden. Auch alle Förderungen des Landes und der Gemeinden für Familien mit Kindern würden dann wegfallen. Vom Scheckbetrag wären aber noch die Beiträge zur Pensions - und Krankenversicherung abzuziehen. Da der Scheck pro Familie gelten würde, wären bei zwei oder mehr Kin-dern extreme Nachteile zu erwarten. Zudem würden die Kosten für einen Betreu-ungsplatz in einem Kindergarten monatlich bis zu 12.000 Schilling betragen,
wenn das derzeitige Fördersystem aufgegeben wird. Sie befürchtete auch, daß Kindergärten geschlossen werden müßten und damit viele Frauenarbeitsplätze gefährdet wären. Für viele Kinder ginge so die Möglichkeit verloren, im Kindergarten soziales Verhalten zu
lernen.

Statt die Idee eines Kinderbetreuungsschecks zu realisieren, solle ein gleichrangiger Ausbau der Einrichtungen für die Kleinstkinderbetreuung, der Kindergärten und der Tagesmütter-Aktion den jungen Menschen die freie Entscheidung sichern, ob
beide Partner berufstätig sein wollen und von wem ihr Kind betreut werden soll. Konkret setzte sie sich für bedarfsorientierte Öffnungszeiten der Einrichtungen für die Kinder-betreuung ein und verwies auf laufende Verhandlungen. Diese Einrichtungen müßten flexibel genutzt werden können, erinnerte Votruba an die Anforderungen der Arbeits-welt. Vielfältige Betreuungsangebote sollten die Wahlfreiheit ermöglichen. Dazu soll-ten auch Kindergruppen sowie Horte für Schulkinder als Alternativen gehören.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2312

Niederösterreichische Landesregierung

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK