Sika: "Ich wurde unter psychischen Druck gesetzt." Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit im News-Interview: "Minister Einem hat aber niemals Weisungen gegeben, in bestimmte

Wien (OTS) - Richtungen zu ermitteln."

Utl.: Vorausmeldung zu News Nr. 41/9.10.1997 =

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit,
Michael Sika, nimmt in einem ausführlichen Interview mit dem heute erscheinenden Nachrichtenmagazin News zu seinem seinerzeitigen Konflikt mit dem ehemaligen Innenminister Caspar Einem Stellung. Sika war immer "unglücklich" darüber gewesen, daß Einem "meinen Rat" zu wenig geschätzt hat. Sika: "Man kann sagen, daß der Minister meine Funktion nicht sehr geschätzt hat. Er war der Meinung, daß ich als Generaldirektor zu mächtig sei - er sprach von einem Gegenminister." Sika weiter: "Ich wurde psychisch sicher unter Druck gesetzt. Das darf aber für einen Spitzenbeamten keine Rolle spielen. Der muß das aushalten."

Gegenüber politischen Angriffen nimmt Sika seinen ungeliebten Ex-Vorgesetzten allerdings in Schutz. Einem hätte nie Ermittlungen unterdrückt. Sika:" Minister Einem hatte den Wunsch, daß die Bombenserie aufgeklärt wird. Er hat niemals Weisungen gegeben in bestimmte Richtungen zu ermitteln."

Freilich hätte es aber gravierende Meinungsverschiedenheiten gegeben. Sika hätte stets an der Einzeltäter-These festgehalten:
"Erinnen Sie sich daran: Als alle im extremen Eck suchten, habe ich immer erklärt, man werde Überraschungen erleben. Ich habe nie apodiktisch an den politischen Background geglaubt. Vieles spricht dafür, daß ich recht habe. Unser Psychologe und ich haben immer gesagt, der Täter, der so was macht, muß ein Bombenhirn sein - im Sinne eines gewaltigen Denkers. Ich habe immer vor politischen Dimensionen gewarnt. Heute können wir bei ihm weder ein rechtes noch ein linkes Eck erkennen." Nach wir vor würden aber beide Täter-Theorien gleichberechtigt verfolgt werden.

Über die in der Wohnung von Franz Fuchs sichergestellte Sprengfalle im Blumentopf meint Sika, sie wäre mit wenigen Handgriffen scharf zu machen gewesen. Wäre die Sprengfalle in einer Versammlung oder in einer Fußgängerzone detoniert, wären die Folgen verheerend gewesen. Sika: "Es hätte Dutzende Tote gegeben. Diese Sprengfalle hätte die Rohrbombe von Oberwart bei weitem übertroffen."

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