NÖ Landesverkehrskonzept auf dem neuesten Stand

Semmering-Basistunnel nicht mehr enthalten

St.Pölten (NLK) - Die Folgen der Ostöffnung, neue
Verkehrsströme sowie eine Rei-he bereits realisierter oder geplanter Maßnahmen machten eine Adaptierung und Fortschreibung
des aus dem Jahr 1991 stammenden NÖ Landesverkehrskonzeptes notwendig. Einen entsprechenden Beschluß faßte die NÖ Landesregierung in ihrer heutigen Sitzung, und zwar defacto einstimmig mit Ausnahme der Herausnahme des Semmering-
Basistunnels, der im bisherigen Konzept die Prioritätsstufe 2 hatte, und der die SP-Regierungsmitglieder nicht zustimmten.

In einem Pressegespräch nannte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll die Zielvorstel-lungen des Konzeptes: Weiterer zügiger Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Interesse von rund 200.000 Pendlern, Verlagerung des überregionalen Verkehrs auf Schiene und Schiff und Verbesserung für den nichtvermeidbaren Kfz-Verkehr. Der öffentliche Nahverkehr habe oberste Priorität, dem sei auch mit dem im Vorjahr abge-schlossenen Nahverkehrsvertrag zwischen dem
Land und den ÖBB Rechnung getra-gen worden. Als vordringliche Maßnahmen nannte Pröll den Ausbau der Schnell-bahnlinie S 2 Wolkersdorf - Mistelbach - Laa, der Flughafenschnellbahn S 7, der Pottendorfer Linie zwischen Wampersdorf und Wien-Meidling und der Schnellbahn Krems - St.Pölten - Lilienfeld. Derzeit fahren rund 50 Prozent der 150.000 Wien-Pendler mit öffentlichen Verkehrsmitteln, durch die angepeilten Maßnahmen sollte es möglich sein, in den nächsten sechs bis acht Jahren weitere 30.000 bis 40.000 Pendler zum "Umsteigen" zu bewegen.

Ausführlich begründete der Landeshauptmann die Herausnahme des Semmering-Tunnels aus dem Landesverkehrskonzept. Alle derzeit vorliegenden Prognosen sa-gen eine Zunahme des überregionalen Güterverkehrs vor allem in Ost-West-Richtung voraus, weshalb der viergleisige Ausbau der Westbahn unbedingt notwendig ist, wäh-rend in Nord-Süd-Richtung nur geringfügige Zuwächse zu erwarten sind. Auf der Südbahnachse, so Pröll, bestehe daher nicht Ausbau-, sondern Sanierungsbedarf. Das könnte mit einem Zehntel der Kosten für einen Tunnelbau geschehen, wie eine aktuelle Studie beweist.
Es gebe auf der Semmeringbergstrecke ausreichende Ka-pazitätsreserven, außerdem sei der heutige Straßengüterverkehr über den Semme-ring überwiegend Regional- und Nahverkehr, nur 160 Lkw pro Tag zählen zum über-regionalen Fern- und Transitverkehr. Realistischerweise ist davon auszugehen, daß höchstens 50 Prozent verlagert werden können, das würde somit pro Tag 80 Pkw oder 2 bis 3 Züge bedeuten. Außerdem wird mittel- bis langfristig die bereits als Hochleistungsstrecke verordnete Südostspange eine leistungsfähige Alternative dar-stellen. Pröll: "Aus all dem ergibt sich, daß der Semmering-Basistunnel unnötig ist!"
Ein wesentliches Ziel des Landesverkehrskonzeptes ist auch die Verlagerung von Güterverkehr auf die Wasserstraße Donau. 1.000 Lkw könnten in den nächsten Jah-ren von der Westautobahn auf die Donau verlagert werden, Voraussetzungen sind der Bau von Umladeeinrichtungen, sogenannter Terminals, und der Ausbau der lo-gistischen Dienste für den kombinierten Verkehr.

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