Wiener Israelitische Kultusgemeinde im Schulterschluß mit Bischof Krenn

ÖLSF ergreift rechtliche Schritte

Wien (OTS) - Ein Artikel im "Niederösterreich-Kurier" vom 2.10. behauptet, daß hinter dem Entschluß der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), das Österreichische Lesben- und Schwulenforum aus der "Ehemaligen Synagoge" St. Pöltens zu werfen, niemand anderer als Bischof Krenn steht.

Dessen Homophobie scheint letztlich ausschlaggebend dafür gewesen zu sein, die Kultusgemeinde zu kontaktieren, die prompt über Amtsdirektor Hodik die gewünschte Absage im Dienste der Religion servierte.

Die Vorgeschichte: Das ÖLSF hatte die Synagoge für die zwei Abendveranstaltungen des alljährlichen Lesben-Schwulen und TransGender-Kongresses, der dieses Jahr vom 24. bis zum 26. Oktober in St. Pölten stattfindet, gebucht. Nach der Fixierung der Raumvermietung verbot die Kultusgemeinde dem ÖLSF die Abhaltung der Veranstaltungen, einer Talk- und Quiz-Schow mit Günter Tolar sowie einer prominent besetzten Posiumsdiskussion.

Nach der Publikation eines "Offenen Briefes" des ÖLSF-Vorsitzenden Hannes Sulzenbacher an die IKG im "Standard" (1.10.) erfolgte ein offener Antwortbrief durch Oberrabiner Eisenberg. (4.10.).

Dazu ÖLSF-Vorsitzende Diana Voigt: "Oberrabiner Eisenberg beantwortet keine der aufgeworfenen Fragen wirklich. Wie und warum die 'Ehemalige Synagoge' in St. Pölten plötzlich wieder zur Synagoge gemacht wird, konnte uns noch keiner erklären. Der Oberrabiner selbst hat das Haus als Veranstaltungshaus unter dem Namen 'Ehemalige Synagoge' eröffnet. Es finden dort seit Jahren alle möglichen Veranstaltungen statt." Da jedoch Eisenberg erklärt hatte, an dieser Entscheidung nicht beteiligt gewesen zu sein, wäre wahrscheinlich Amtsdirektor Avshalom Hodik der Entscheidungsträger für den Hinauswurf der Lesben und Schwulen. Hodik hatte auch, Tage zuvor, im "Abendjournal" die in der Bibel festgelegte Todesstrafe für gleichgeschlechtliche sexuelle Betätigung zitiert. Voigt weiter: "Es ist ungeheuerlich, daß jemand heutzutage Homosexualität und die Todesstrafe miteinander in Verbindung bringen kann."

Bezüglich einer bestehenden Synagoge sei man, so Sulzenbacher und Voigt, natürlich bereit, religionsgesetzliche Bestimmungen anzuerkennen.

Doch in diesem Fall besteht ein schriftliches Abkommen zur Anmietung von profanen Räumlichkeiten. Da man auch im üblichen Geschäftsleben nicht nach Belieben bestehende Vereinbarungen brechen kann und daraus entstehende Absagen in menschenverachtender Weise begründen kann, sieht das ÖLSF darin ein geschäftsschädigendes und diskriminierendes Verhalten und wird rechtliche Schritte ergreifen.

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Hannes Sulzenbacher
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