Massive Beeinträchtigung der Weiterbildung durch 54. ASVG-Novelle

Nebenberuflich Vortragende sind in ihrem Hauptberuf ohnehin versichert - keine "Flucht aus der Sozialversicherung"!

Wien (PWK) - "Die bevorstehende Änderung durch die 54. ASVG-Novelle mit der Streichung des 5 Abs.1 Z.5, der für nebenberuflich tätige Vortragende eine Ausnahme von der Vollversicherung bedeutete, stellt eine massive Beeinträchtigung der Weiterbildung in unserem Land dar", kommentiert WIFI-Kurator Eduard Leischko den Gesetzesentwurf. "Wenn es für Sport und Kultur Ausnahmen geben soll, dürfen Bildungsfragen keine geringere Priorität haben", fordert Leischko. ****

Das Prinzip einer funktionierenden Weiterbildung besteht wesentlich aus der Weitergabe von Berufs- und Lebenserfahrung, die nur in der Praxis erworben werden kann. Nebenberuflich in der Weiterbildung Tätige haben daher einen Hauptberuf, in dem sie ohnedies voll sozialversichert sind. Seit 15 Jahren werden für diesen Personenkreis ohnedies Unfallversicherungsbeiträge für ihren Nebenberuf entrichtet. Es besteht demnach kein Bedürfnis nach einem weiteren Versicherungsschutz.

"Eine Pflicht zur Abführung von zusätzlichen Sozialversicherungsabgaben für nebenberuflich Tätige und der damit entstehende Verwaltungsaufwand wird das Engagement von Vortragenden bestimmt nicht fördern. Eher erzielt man dadurch negative Beschäftigungseffekte für die Weiterbildung", argumentiert Leischko.

Während in allen EU-Ländern der Wert der ständigen Weiterbildung und des lebensbegleitendes Lernens erkannt wurde und große Anstrengungen zur Entwicklung dieses neuen Bildungssektors gesetzt werden, begibt sich Österreich auf "Talfahrt" bei der Weiterbildung. "Die im Gesetzesentwurf beabsichtigte Streichung des seit 1982 bestehenden

5 wird von allen großen Verbänden der Erwachsenenbildung als ernsthafte Bedrohung angesehen. Ebenso betroffen ist eine nicht unbeträchtliche Zahl privater Anbieter".

"Der Know-how-Transfer aus der aktuellen Berufs- und Lebenspraxis für das lebensbegleitende Lernen ist auf eine Trainertätigkeit neben einem Hauptberuf angewiesen", stellt Leischko fest. "Diesen Lebensnerv der Weiterbildung mit Versicherungsabgaben dramatisch zu belasten, bedeutet für Österreich eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit und der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes. Statt die Weiterbildung massiv zu fördern, wird sie jetzt massiv behindert", ist Leischko überzeugt und appelliert,

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