• 06.10.1997, 11:06:40
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  • OTS0082

Massive Beeinträchtigung der Weiterbildung durch 54. ASVG-Novelle

Nebenberuflich Vortragende sind in ihrem Hauptberuf ohnehin versichert - keine "Flucht aus der Sozialversicherung"!

Wien (PWK) - "Die bevorstehende Änderung durch die 54. ASVG-
Novelle mit der Streichung des 5 Abs.1 Z.5, der für nebenberuflich
tätige Vortragende eine Ausnahme von der Vollversicherung bedeutete,
stellt eine massive Beeinträchtigung der Weiterbildung in unserem
Land dar", kommentiert WIFI-Kurator Eduard Leischko den
Gesetzesentwurf. "Wenn es für Sport und Kultur Ausnahmen geben soll,
dürfen Bildungsfragen keine geringere Priorität haben", fordert
Leischko. ****

Das Prinzip einer funktionierenden Weiterbildung besteht
wesentlich aus der Weitergabe von Berufs- und Lebenserfahrung, die
nur in der Praxis erworben werden kann. Nebenberuflich in der
Weiterbildung Tätige haben daher einen Hauptberuf, in dem sie
ohnedies voll sozialversichert sind. Seit 15 Jahren werden für diesen
Personenkreis ohnedies Unfallversicherungsbeiträge für ihren
Nebenberuf entrichtet. Es besteht demnach kein Bedürfnis nach einem
weiteren Versicherungsschutz.

"Eine Pflicht zur Abführung von zusätzlichen
Sozialversicherungsabgaben für nebenberuflich Tätige und der damit
entstehende Verwaltungsaufwand wird das Engagement von Vortragenden
bestimmt nicht fördern. Eher erzielt man dadurch negative
Beschäftigungseffekte für die Weiterbildung", argumentiert Leischko.

Während in allen EU-Ländern der Wert der ständigen Weiterbildung
und des lebensbegleitendes Lernens erkannt wurde und große
Anstrengungen zur Entwicklung dieses neuen Bildungssektors gesetzt
werden, begibt sich Österreich auf "Talfahrt" bei der Weiterbildung.
"Die im Gesetzesentwurf beabsichtigte Streichung des seit 1982
bestehenden

5 wird von allen großen Verbänden der Erwachsenenbildung als
ernsthafte Bedrohung angesehen. Ebenso betroffen ist eine nicht
unbeträchtliche Zahl privater Anbieter".

"Der Know-how-Transfer aus der aktuellen Berufs- und Lebenspraxis
für das lebensbegleitende Lernen ist auf eine Trainertätigkeit neben
einem Hauptberuf angewiesen", stellt Leischko fest. "Diesen
Lebensnerv der Weiterbildung mit Versicherungsabgaben dramatisch zu
belasten, bedeutet für Österreich eine Gefährdung der
Wettbewerbsfähigkeit und der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes.
Statt die Weiterbildung massiv zu fördern, wird sie jetzt massiv
behindert", ist Leischko überzeugt und appelliert,

Bildung und Weiterbildung, also den menschlichen "Geist", nicht
geringer einzuschätzen als den Bereich Sport, stellvertretend für den
"Körper" und die Kultur, die für die "Sinne" steht.
(Schluß) Pt
Rückfragehinweis: WIFI

Dr. Herwig Schmidbauer
Tel.: 50105/3112

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