Bundesländer Vers.: Halbjahresbericht/Teil1

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Ad-Hoc Mitteilung von: Bundesländer Vers.
Allgemeine Wirtschaftslage

Nach anfänglicher Zurückhaltung fallen in Österreich zur Jahresmitte die Konjunkturprognosen der beiden heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute vorsichtig optimistisch aus.
Sowohl das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) als auch
das Institut für Höhere Studien (IHS) gehen für heuer von
einem realen Wachstum von 1,6% aus. Im Europa-Durchschnitt
liegt dieser Wert allerdings weiterhin am unteren Ende. So
kommt Spanien 1997 aller Voraussicht nach real auf 3,2% Wirtschaftswachstum. Deutschland rechnet immer noch mit
einem realen BIP-Plus von 2,5 Prozent.
Die heimische Industriekonjunktur erhält ihre wichtigsten
Impulse von der steigenden Auslandsnachfrage. Österreichs Zulieferindustrie profitiert von der Produktionsausweitung
in der deutschen Industrie und dem Marktwachstum in
Nordamerika, Großbritannien und Irland, den skandinavischen
Staaten und in Ost-Mitteleuropa.
Die Binnennachfrage leidet hingegen unter dem kräftigen
Rückgang der verfügbaren Einkommen. So lagen etwa die Einzelhandelsumsätze von Jänner bis Mai real um 3% unter
dem Vorjahresniveau. Dazu kommen der Auftragsmangel in der Bauwirtschaft und die anhaltende Schwäche im Tourismus. Zurückhaltung bei Lohnabschlüssen und merklicher
Konkurrenzdruck bremsen den Preisanstieg. Die Inflation
betrug im Juni nur noch 1,2%. Im Jahresschnitt rechnen die Wirtschaftsforscher 1997 mit einer Inflationsrate von 1,5%.
Auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich noch keine echte
Entspannung ab. Die Arbeitslosenquote stagniert auf relativ
hohem Niveau (7,0 bzw. 7,2%). Das ergibt über das Jahr 1997 gerechnet im Durchschnitt 230.000 Menschen, die ohne
Beschäftigung sind.
Österreich wird 1997 gemäß Wifo-Prognose die
Konvergenzkriterien des Maastricht-Vertrags erfüllen.
Zinsniveau und Inflationsrate gehören zu den niedrigsten in
Europa, und eines der umfangreichsten Konsolidierungspakete innerhalb der EU erlaubt zusammen mit Budgetausgliederungen
die Einhaltung der Maastrichtkriterien.

Die heimische Versicherungswirtschaft wird 1997 im
wesentlichen von der Diskussion rund um die Pensionsreform,
den notwendigen Vorbereitungen zur Umstellung auf den Euro
und dem seit mittlerweile drei Jahren heiß geführten
Preiskampf in den Kfz-Versicherungssparten dominiert. Erwartungsgemäß konnte der als Folge des Sparpaketes
ausgelöste Boom bei Lebensversicherungen mit
Einmalprämienzahlung im heurigen Jahr nicht wiederholt
werden. Die in den Medien breit geführte Diskussion über
die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des staatlichen Pensionssystems schlägt sich in einem verstärkten Trend zur Eigenvorsorge nieder. Österreich nimmt jedoch innerhalb der Europäischen Union bei den pro Kopf Prämien in der Lebensversicherung weiterhin nur den elften Platz ein.
In der Krankenversicherung kommen Preisvorteile aus neuen Mehrwertsteuerregelungen bei Ärzten und öffentlichen Gesundheits-einrichtungen zum Tragen. Bei den
Preisverhandlungen mit den Spitälern konnte dieser Umstand
bereits berücksichtigt werden, sodaß im Österreichschnitt
eine Prämienreduktion in der Krankenversicherung von rund
5% an die Kunden weitergegeben wurde. Insgesamt rechnet die Versicherungsbranche in Österreich im Jahr 1997 mit eher
moderaten Prämienzuwächsen.

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