Papierverarbeitende Industrie im Aufwind

Produktion konnte um 3,1 Prozent gesteigert werden Wertschöpfung ging um 0,9 Prozent zurück

Wien (PWK) - Die österreichische Papier- und Pappeverarbeitende Industrie konnte im 1. Halbjahr 1997 die Produktion von 3,1 Prozent steigern, während die Wertschöpfung um 0,9 Prozent schrumpfte. Das ergab eine Erhebung des für diese Industriegruppe zuständigen Fachverbandes Papierverarbeitung. ****

Nach Rückgängen im 1. Quartal (Menge -0,7 Prozent, Wert -3,0 Prozent) brachte das 2. Quartal einen deutliche Steigerung der Produktionsmenge (Menge +5,6 Prozent, Wert +1,2 Prozent). Die Zuwächse gab es vor allem im Verpackungssektor bei Wellpappe, Faltschachteln und flexiblen Verpackungen, wo die Hersteller auch zur Zeit über gute Auftragslage berichten.

Das Zurückbleiben des Wertzuwachses hinter der Mengenkonjunktur zeigt jedoch den durch den Wettbewerb hervorgerufenen enormen Preisdruck. Träger des leichten Aufschwunges in der PPV-Industrie ist der Export, begünstigt durch den starken Dollar. Der Inlandsmarkt stagniert weiter, die strukturellen Veränderungen in der Kundenindustrie insbesondere im Nahrungsmittelsektor, sind nocht nicht abgeschlossen.

Der starke Preiswettbewerb hat sich auf die Ertragslage der Industrie äußerst negativ ausgewirkt. Die Industrie hat mit Rationalisierung und Kostenreduktionen in allen Bereichen reagiert. Der Beschäftigtenrückgang betrug -1,5 Prozent und hat sich damit weiter verstärkt. Er kann nur durch Kostenreduktion und Flexibilisierung der Arbeitszeit eingedämmt werden.

Neue Kostenbelastungen durch bereits erfolgte bzw. für Oktober angekündigte Erhöhungen der Rohstoffe (Papier und Pappe, Kraftpapiere, Wellpapperohpapiere, Faltschachtelkarton) können von den Verarbeitern nicht mehr getragen werden. Es wird daher im Herbst zu Preisanhebungen bei Produkten der PPV Industrie, insbesondere für Wellpappeverpackungen und Faltschachteln Kommen, heißt es im Fachverband.
(Schluß) MH

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK