JW fordert bessere Rahmenbedingungen für Jungunternehmer

Bundestagung der Jungen Wirtschaft am Wochenende in Salzburg Themen: Jungunternehmerfonds, Bürokratiereform, Imagekampagne

Wien (PWK) - "Österreich braucht endlich eine echte Gründeroffensive, denn im internationalen Vergleich haben wir immer noch zu wenig Unternehmer", erklärte Günther Kollitsch, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft, heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Salzburg anläßlich der JW-Bundestagung. Nach einer Untersuchung der OECD belegt Österreich mit seiner Selbständigenquote in Europa nur den vorletzten Platz. Dabei sind die Erfolgsaussichten junger Unternehmen ausgezeichnet: Rund 75 Prozent existieren auch fünf Jahre nach der Gründung noch. "Mit diesem Wert sind wir im Europavergleich Spitzenreiter", so Kollitsch. ****

Vor über zwei Jahren hat die Bundesregierung bereits eine neue Gründerwelle angesagt. Bislang wurden aber nur Absichtserklärungen verlautet oder Maßnahmen getroffen, die einer neuen Gründerwelle kontraproduktiv gegenüberstehen, wie etwa das Arbeitnehmer-Innenschutzgesetz oder die Diskussion um die Mindest-Körperschaftssteuer. Angesichts der teilweise dramatischen Entwicklungen am Arbeitsmarkt wäre es ratsam, der Gründung neuer

Unternehmen größeres Augenmerk zu schenken. Denn nur neue Unternehmen schaffen auch neue Arbeitsplätze. Jede Unternehmensgründung bringt im Durchschnitt vier neue Arbeitsplätze. Zählt man die Betriebsgründer hinzu, so können mit nur 3.000 zusätzlichen Gründungen 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. "Die enormen Beschäftigungspotentiale von Unternehmensgründungen darf sich die Regierung nicht länger entgehen lassen, wenn sie das Problem der Arbeitslosigkeit tatsächlich in den Griff bekommen will", meint Kollitsch.

In den Vereinigten Staaten haben innovative Jungunternehmer 1995 rund 200.000 hochqualifizierte Jobs im High-Tech-Bereich geschaffen. Alleine 3.000 Betriebe schafften dort in den letzten fünf Jahren den Sprung an die Börse. "In Österreich gehen die Uhren leider anders. Bei uns werden immer weniger Unternehmen neu gegründet." Damit Österreich auch nur annähernd auf den OECD-Durchschnitt kommt, müßten insgesamt 140.000 neue Unternehmen gegründet werden.

Die mangelnde Eigenkapitalausstattung ist das Hauptproblem junger Unternehmen in Österreich. "Genau an dem Problem der mangelnden Eigenkapitalinstrumente setzt das Konzept einer JW-Gründungsoffensive an", erklärte Kollitsch und schlägt die Bereitstellung ausreichender Risikokapitalinstrumente vor, was sich in den USA bereits seit Jahrzehnten bewährt. Mit dem Gründungssparen, das auf die Bedürfnisse angehender Jungunternehmer zugeschnitten ist und eine Prämie von bis zu 105.000 Schilling sowie eine günstige Anschlußfinanzierung ermöglicht, hat die Junge Wirtschaft auch hierzulande einen ersten Schritt zur Lösung des Problems gesetzt. Neben dem Börsensegment "FIT" sind für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) mittlerweile noch ein Bürgschaftsmodell der Bürgesbank und die Partner-Börse der Innovationsagentur - 'Ideen mal Investment' - dazugekommen.

"Was jetzt noch fehlt, sind Jungunternehmerfonds, die es jedem Österreicher ermöglichen, sich an jungen Unternehmen zu beteiligen." Damit soll eine breite Masse potentieller Anleger motiviert werden, Anteilsscheine junger Unternehmen zu erwerben. Den Unternehmen selbst stünde damit wichtiges Eigenkapital zur Verfügung. Dazu sind einerseits steuerliche Begünstigungen zweckmäßig, andererseits könnte auch eine Kapitalhaftung des Bundes für das eingebrachte Kapital derartiger Fonds attraktiv machen.

Ein Kernpunkt der JW-Gründungsoffensive ist zudem eine bundesweite Imagekampagne für Jungunternehmer, mit der mehr Österreicher motiviert werden sollen, an eine Zukunft als selbständige Unternehmer zu denken und sich entsprechend vorzubereiten.

Ein Dorn im Auge ist der Jungen Wirtschaft auch die überbordende Bürokratie in Österreich. Die Unternehmen müssen jährlich 70 Millionen Arbeitsstunden für unproduktive und unbezahlte Staatsdienste aufwenden und werden dafür mit 36 Milliarden Schilling zusätzlich belastet.

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