Welttierschutztag: Das Leid der "Osthunde"

Tierhilfwerk Austria fordert Limits und strengere Kontrollen für Hundeimporte

Wien (OTS) - Den Welttierschutztag möchte das Tierhilfswerk
Austria (THWA) zum Anlaß nehmen, auf das tausendfache Leid der sogenannten "Osthunde" aufmerksam zu machen. Um den Unwillen der Tierschützer wie weiter Teile der Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen, halten THWA-Aktivisten heute 10.15 Uhr vor dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, 1030, Radetzkystraße 2, eine Demonstration ab. Bundesministerin Mag. Barbara Prammer soll dazu bewogen werden, strengere Auflagen für den Import der "Osthunde" einzuleiten.

Seit der Öffnung der ehemaligen Ostblockstaaten floriert der Handel mit Rassehunden nach Westeuropa. Die berühmt-berüchtigten Zuchtfabriken in Ungarn, Tschechien, der Slowakei oder Polen produzieren Welpen am Fließband. Die Hunde leiden aufgrund ihrer zu frühen Trennung von den Muttertieren bzw. wegen völlig falscher Unterbringung und Erziehung in der Prägephase an allen nur denkbaren Mangelerscheinungen und Defekten physischer wie psychischer Art.

Dennoch finden die "Osthunde" auf illegalem wie legalem Weg reißenden Absatz in Österreich. Der Grund dafür liegt in den Dumpingpreisen der Hundehändler. Während ein Dobermann- oder Rottweilerwelpe bei einem seriösen Züchter um die 15.000 Schilling kostet, bieten sie die Ostexporteure um gut ein Drittel davon an. Vermittelt werden die Hunde durch "Hobbyzüchter" oder Tierfachhandlungen.

Dazu Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Hundeinteressierte müssen wieder und wieder daran erinnert werden, keine "Osthunde" zu kaufen. Sie fördern lediglich den Teufelskreis an Angebot und Nachfrage."

Einfuhrbewilligungen erteilt das Ministerium für Konsumentenschutz und Gesundheit. Ressortministerin Mag. Prammer erklärte in Replik auf eine parlamentarische Anfrage, daß Einfuhrverbote für Hunde aus der Slowakei (u.a. Staaten) nicht zulässig sind, wenn die Transporte den Bestimmungen der EU-Richtlinie 92/65/EG entsprechen.

Dazu Mag. Alexander Willer, Kampagnenleiter Hunde beim THWA: "Das Tierhilfswerk Austria fordert für den Import von "Osthunden" strenge Auflagen hinsichtlich Menge der Tiere bzw. veterinärmedizinische Kontrollen. Die Einfuhr kann sehr wohl verweigert werden, wenn dadurch die Gefahr der Einschleppung von Tierseuchen verbunden ist, z.B. im Fall der Piroplasmose, einer Infektion, die in Österreich als nahezu unbekannt galt."

Laut Auskunft von Bundesministerin Prammer ist in Zukunft mit einer sogenannten "Vollharmonisierung" der Hundeeinfuhrbestimmungen innerhalb der EU zu rechnen. Das heißt, nationale Importregelungen werden dann zugunsten der EU-Regelung obsolet. Damit steht noch höheren Massenimporten nichts mehr im Weg, ebenso steigt die Seuchengefahr.

Das Tierhilfwerk Austria appelliert gerade am Welttierschutztag, Hunde nicht zum Fließbandprodukt und Wegwerfartikel zu degradieren. Das Bundesministerium für Konsumentenschutz und Gesundheit ist gefordert, dem explodierenden Handel mit Lebewesen einen Riegel vorzuschieben.

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Tierhilfswerk Austria
Tel.: 02243/22964

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