WKÖ: Wirtschaft hilft Jugend mit mehr Lehrstellen

Verstärktes Lehrstellenangebot trotz schwieriger Rahmen- bedingungen - Teillehre und Berufseinstiegskurse nötig

Wien (PWK) - "Bei der zum dritten Mal von der Wirtschaftskammerorganisation zum Monatsende erhobenen Zahl der eingelangten Lehrverträge konnte, nach Bundesländern unterschiedlich, eine Fortsetzung des positiven Trends der Vormonate registriert werden", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, anläßlich der soeben eingelangten Zahlen fest. "Diese Zahlen sind allerdings vorläufig 'mit äußerster Vorsicht zu beurteilen', da der Lehrstellenmarkt noch in voller Bewegung ist, dennoch läßt sich daraus doch ein genereller Aufwärtstrend erkennen". ****

"Die Betriebe nehmen ihre Verantwortung gegenüber der Jugend wahr und bemühen sich, im Rahmen des Möglichen den Jugendlichen Lehrplätze anzubieten, obwohl die Rahmenbedingungen für die Ausbildung nach wie vor alles andere als ideal sind. "'Störmanöver' seitens der Politik, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, aber auch Appelle und die Einrichtung von Hotlines sind keine Antwort für die Lösung der Lehrstellenproblematik", stellt Piskaty fest. "Leider ist auch bei der Gewerkschaft nur ein langsamer Lernprozeß zu erkennen, daß den Betrieben mit günstigeren Rahmenbedingungen die Lehrlingsaufnahme erleichtert wird und daß von dem ,Mißtrauensprinzip" gegenüber den Betrieben abzugehen sinnvoller wäre", bedauert Piskaty.

Die Zahlen der Wirtschaftskammerorganisation korrespondieren durchaus mit den Ergebnissen, die das AMS zum Monatsanfang vorgelegt hat und die ebenfalls einen generell positiven Trend in Richtung mehr Lehrstellenangebote und weniger Lehrstellensuchende zeigen.

Ende September 1997 erreichte der Stand der eingelangten Lehrverträge insgesamt mit 44.219 gegenüber 40.986 ein Plus von 7,9 Prozent. Es sind in allen Bundesländern mit Ausnahme von Salzburg mehr Lehrverträge zu verzeichnen. In Wien waren es Ende September plus 19,6 Prozent, gefolgt von Oberösterreich (13,1 Prozent), Tirol (7,6 Prozent), Kärnten (6,4 Prozent), Burgenland (6,2 Prozent), Steiermark (4,6 Prozent), Niederösterreich (3,5 Prozent) und Vorarlberg (2,5 Prozent). Nur in Salzburg gab es um ein Prozent weniger Lehrverträge.

Selbstverständlich wird es trotzdem nicht möglich sein, jedem Jugendlichen entweder einen Schul- oder Lehrplatz anzubieten, weil einfach viele Jugendliche weder für die Schulen noch die Lehrausbildung geeignet sind. "Die Wirtschaft wiederholt daher ihren Vorschlag einer ,Teillehre" für weniger qualifizierte Jugendliche", so Piskaty, "wobei eine solche Teillehre auch ein guter Einstieg für ein späteres Regellehrverhältnis durch Anrechnungen des in der Teillehre Erlerntem sein könnte". "Wir appellieren an die Gewerkschaft, im Interesse lernschwacher Jugendlicher entsprechende Ausbildungsversuche zuzulassen. Vehement kritisiert die Wirtschaft Versuche, die schwierige Lehrstellensituation zum Anlaß zu nehmen, um das bewährte duale Berufsausbildungssystem, welches erwiesenermaßen Jugendarbeitslosigkeit verhindert und eine praxisorientierte Ausbildung in am Markt tätigen Betrieben sicherstellt, durch Experimente mit trialen Systemen oder unverantwortlichen Drohungen mit einer Systemänderung zu konterkarieren".

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Dr. Georg Piskaty
Tel: 50105/DW 4072

Abteilung für Bildungspolitik

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