STOISITS: ULRICHSBERG KANN KEIN VERSÖHNUNGSORT SEIN

GRÜNE kritisieren Teilnahme von SP-Chef an Gedenkfeiern

"Der Ulrichberg wird nie ein Versöhnungsort werden, solange die Oktober-Feiern von ehemaligen Wehrmachtsangehörigen als Freibrief mißbraucht werden und Teilnehmer der Feiern ihre Mitverantwortung an der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges leugnen", erklärt die GRÜNE Nationalratsabgeordnete Terezija STOISITS vor dem bevorstehenden Massenaufmarsch am kommenden Wochenende in Kärnten. "SP-Chef Michael Ausserwinkler setzt mit seiner demonstrativen Teilnahme an der umstrittenen Gedenkfeier ein falsches politisches Signal", betont die Abgeordnete.

Die GRÜNEN lehnen den Wiederaufbau der Heimkehrergedenkstätte kategorisch ab, weil der Ulrichsberg als Wallfahrtsort für ehemalige SS-Angehörige dem Gedenken an die Opfer von Krieg und NS-Zeit nicht gerecht werde. "In der Diskussion über die Neugestaltung der Gedenkstätte nach dem Anschlag haben sich die Hardliner von Kameradschaftbund und Heimatdienst voll
durchgesetzt. Damit hat sich der traurigen Ruf Kärntens als fruchtbaren Boden für Rechtsextremimus, Militarismus und Deutschtümelei erneut bestätigt", so STOISITS.

Es sei im übrigen ein Skandal, daß die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht in Kärnten immer noch erbitterte
Polemiken nach sich ziehe. Eine ehrliche und offene Auseinandersetzung mit dem Geschehen während der Nazi-Zeit, das gerade unter den Kärntner Slowenen so viele Opfer gefordert habe, könne nicht im emotionalisierten Klima der Ulrichberg-Feiern stattfinden. Eine ehrliche Auseinandersetzung brauche vielmehr
eine demokratische, auf Verständnis und Toleranz ausgerichtete Öffentlichkeit, die im südlichsten Bundesland aber nur in Ansätzen vorhanden sei.

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