"Die Republik behält vorerst 51-Prozent-Anteil am Verbund" - BILD 2

Wien (OTS) - Strom aus Wasserkraft muß auch auf freiem Markt wettbewerbsfähig sein.

... forderte Staatssekretär Ruttenstorfer, die Wettbewerbsfähigkeit der Energie aus sauberer Wasserkraft, auch auf dem freien Strommarkt der EU, beim Symposium ein.

Das Lebenswerk des verstorbenen Verhaltensforschers Dr. Otto Koenig habe erheblichen Anteil daran, daß Wasserkraftwerke heute naturnah gebaut werden können, hob Ruttenstorfer die ökologische Seite des Kraftwerksbaues hervor und würdigte auch die Bedachtnahme auf das Gundwasser im Zuge der Errichtung solcher Anlagen. Zum Thema Strombinnenmarkt in Europa meinte der Finanzstaatssekretär, die entsprechende gesetzliche Anpassung in Österreich, das Energieorganisationsgesetz, müsse bis 1999 in Kraft treten. Die Bundesregierung werde dafür sorgen, daß mit dem neuen Gesetz auch faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden.

Zwtl. Schutz der Wasserkraft im EOG festschreiben

... forderte Verbund-Vorstandssprecher Dipl.-Ing. Hans Haider, bei seiner Begrüßungsansprache.

Vor einer Woche wurde die 1. Maschine im Donaukraftwerk Wien-Freudenau "angedreht", heute liefere sie bereits umweltfreundlichen Strom. Die EU halte bei den erneuerbaren Energien einn 6 Prozent-Anteil beim gesamten Energieaufkommen, mit dem Ziel 12 Prozent zu erreichen. In Österreich würde schon heute eine Viertel des Gesamt-Energieaufkommens aus erneuerbaren Energien produziert.

Bei der Elektrizität liege man mit einem Erzeugungsanteil durch Wasserkraft bei rund 70 Prozent. Der Artikel 8, Absatz 3, der EU-Binnenmarktrichtlinie, stellt es den einzelnen Nationalstaaten frei die Wasserkraft zu schützen. Haider stellte klar, daß dem Einsatz erneuerbarer Energie, inklusive der Wasserkraft, der Vorrang eingeräumt werden muß. "Österrich ist arm an Ressourcen, es hat daher das Recht diese Ressource zu schützen ... !", erklärte Haider.

Zwtl. Trinkwasser für 1 Million aus der Donau

Donaukraft-Vorstand Dipl.-Ing.Dr. Heinz Kaupa hat als Ersatz für das nitratverseuchte Grundwasser in vielen ländlichn Gebieten, auf das entlang der Donau nutzubare Trinwasserpotential, das im Bereich Unter Donau auf 2000 l/s geschätzt wird, aufmerksam gemacht. Das entspricht dem Verbrauch von zirka 1 Million Österreicher, stellte Kaupa fest.

Derzeit werden etwa 50 kommunale und zirka 3.000 Einzelwasserversorgungen im Bereich der Donaukraft betrieben.

Vor 1,5 Jahren bezweifelten Fachleute noch das Funktionieren der Grundwasserbewirtschaftung durch das Kraftwerk Freudenau im Wiener Donauraum. Das Sickerwasser aus der Donau hat eine deutliche Verbesserung für die Wassersituation der Großstadt Wien gebracht. Dem Badeparadies Neue Donau am linken Donauufer würde jetzt eindeutig mehr Wasser zugeführt als früher.

Auch hat die Wassergüte im Stauraum nicht gelitten und entspricht jetzt durchgehend zumindest der Güteklasse II. Jeder Spaziergänger im Prater kann sich heute überzeugen, daß die Wasserspiegel der Altarme deutlich angestiegen sind.

Das Kraftwerk Freudenau hat eine Sicherung des Trinkwasser-Entnahmebrunnens Nußdorf und der Grundwasserwerke Donauinsel-Nord und Lobau gebracht. Insgesamt haben die "Uferfiltrate" des die Donau begleitenden Grundwasserstromes hervorragende Trinkwasserqualität. (Während das Grundwasser im Marchfeld Nitrat-Spitzenwerte über 100 (!) mg/l hat, die EU-Richtlinie schreibt maximal 50 (!) mg/l vor, hat der Grundwassergeleitstrom der Donau durchschnittliche Nitratwerte von unter 20mg/l und liege damit noch unter der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit 25 mg/l.)

Zunehmende Ansprüche an das Lebensmittel "Trinkwasser" führen laut Kaupa zu immer strengeren Gütekriterien.

Vor allem Nitrat und Pestizide sind hier zu nennen. Von der Herabsetzung der Grenzwerte z.B. beim Nitrat (ab 1.7.1993 auf 50 mg/l) sind viele Bewohner vor allem ländlicher Gebiete betroffen (z.B. Weinviertel, Marchfeld, südliches Tullner Feld, Eferdinger Becken, aber auch Mitterndorfer Senke, alleine in Niederösterreich rund 400.000 Einwohner).

Eine Problemlösung dafür bietet das entlang der Donau unbelastete nutzbare Trinkwasserpotential.

Über die Sicherung des Trinkwassers hinaus, sind die Zielsetzungen des Verbund- Umweltmanagements auch die ausreichende Wasserversorgung für die Vegetation im Umfeld der Stauräume.

Die Ennskraft beispielsweise ist heute einer der größten Wasserversorger im Ennstal. Da die Ennskraft-Stauräume weder natürlich noch künstlich abgedichtet sind, ist eine einwandfreie Interaktion zwischen Enns und Grundwasser gegeben. Insgesamt werden derzeit aus den stauraumbegleitenden Grundwasservorkommen entlang von Enns und Steyr zirka 380 Brunnen gespeist.

Gemeinsame Veranstalter des Symposiums waren die Arbeitsgemeinschaft Wasserkraft in Bayern, die Bayerische Elektrizitätswerke Gmbh, die Bayernwerk Wasserkraft AG, die Österreichische-Bayerische Kraftwerke AG, der Verband der Bayerischen Elektrizitätswerke e.V., der DVWK Landesverband Bayern, der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband, der Österreichische Wasser-und Abfallwirtschaftsverband, Wien und der Österreichische Verein für Ökologie und Umweltforschung.

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