Berger-Deponie: Fässer werden in EBS entsorgt

Keine Gefahr für die Wasserversorgung der Region

St.Pölten (NLK) - Bei der Räumung der Berger-Deponie in Weikersdorf nahe Wiener Neustadt fand man in den letzten Wochen insgesamt 1.024 Fässer mit Lacken, Lösungsmitteln, Harzen, Dieselöl und Rückständen aus Industrieproduktionen mit unterschiedlicher Zusammensetzung, die im Müll vergraben waren. Diese Deponie wird bekanntlich seit 28. Oktober 1996 von der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt im Auftrag der Republik Österreich geräumt, wobei bisher bereits rund 365.000 Tonnen Abfälle - fast durchwegs Haus- und Gewerbe-Müll - abtransportiert wurden. Die jetzt ausgegrabenen Fässer werden mit dem kontaminierten Hausmüll in die EBS nach Wien gebracht, wo man sie behandelt und entsorgt.

Alle diese Fässer wurden oberhalb des Grundwasserspiegels aufgespürt. Ein direkter Kontakt zum Grundwasserkörper erfolgte nicht. Zwei Drittel der Fässer waren offenbar mechanisch durch die Müllverdichtung zerquetscht worden. Im Rest der Fässer wurden zumeist feste Rückstände vorgefunden. Nur drei Prozent der geborgenen Fässer waren ganz oder teilweise mit flüssigem Inhalt gefüllt. Deshalb ist erklärbar, warum die vor Jahren rund um die Altlast abgeteuften Sonden bisher keine markanten Hinweise auf
jene chemischen Belastungen brachten, wie sie Lacke oder Lösungsmittel verursachen. Der Grundwasserkörper der Mitterndorfer Senke wird also nach derzeitigen Erkenntnissen aus der Berger-Deponie nicht mit chlorierten Kohlenwasserstoffen und ähnlichen Verbindungen verschmutzt. Das Gefahrenpotential der Deponie liegt vielmehr bei den verrottbaren Abfällen, die dort ohne ausreichende Sicherungen gelagert wurden. Die Belastungen blieben aber
außerhalb des Einzugsbereiches von Wasserversorgungsanlagen, wie durch Sonden und laufende Überprüfungen einwandfrei festgestellt werden kann.

Wie seitens der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt außerdem festgestellt wird, sind Vergleiche in Medien-Berichten mit den Vorfällen in der JLC-Chemie vor einigen Jahren oder mit den von
der Fischer-Deponie ausgehenden Gefahren nicht angebracht. Die Fischer-Deponie, die derzeit aus rechtlichen Gründen nicht geräumt werden darf, aber durch eine Sperrbrunnenanlage abgesichert wird, enthält wesentlich gefährlichere Destillationsrückstände. Der Vorfall in der JLC-Chemie ist auf chlorierte Kohlenwasserstoffe zurückzuführen, die in einem Brunnen in extremer Konzentration auftraten. Mit den jetzigen Funden von Fässern in der Berger-Deponie sei allerdings - neben der rechtlichen Ausgangslage, die eine Zwangsräumung unabdingbar machte - das Vorgehen der Bezirkshauptmannschaft voll und ganz bestätigt worden.

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