LHStv. Liese Prokop kündigt an:

Plattform gegen sexuelle Gewalt an Kindern

St.Pölten (NLK) - Aus Anlaß der Eröffnung einer Ausstellung
der Kinder- und Ju-gendanwaltschaft in Amstetten stellte Landeshauptmannstellvertreter Liese Prokop gestern fest, daß
Kinder das Recht haben, als eigenständige Menschen mit Bedürf-nissen, Wünschen und dem Recht auf Achtung ihrer Würde angesehen zu werden. Leider werden Kinder vielfach als Besitz oder
notwendiges Übel, das sich mitunter sexuellen Wünschen Erwachsener zu fügen hat, angesehen. Gerade der Mißbrauch der Erwachsenen gegenüber dem völlig abhängigen Kind, dessen Identität brutal zer-brochen wird, führt letztlich zum "Seelenmord". Die Folgen reichen von massiven kör-perlichen und psychischen Störungen bis hin zum Selbstmord. Landeshauptmann-stellvertreter Prokop kündigte daher die Gründung einer eigenen Plattform gegen "Sexuelle Gewalt an Kindern" an.

In diesem Zusammenhang verwies Prokop auf die Kriminalstatistik für das Jahr 1995, die österreichweit 602 angezeigte Fälle sexueller Ausbeutung von Kindern auswies. Daß von dieser Gewalt in nur knapp 20 Prozent eine gerichtliche Verurtei-lung der Täter erfolgt, wird jedoch verschwiegen. Da sich 9 von 10 Fällen sexueller Übergriffe innerhalb der Familien ereignen, werden 6 von 10 Kindern, die ein äußerst belastendes Strafverfahren hinter sich haben, nicht nur als Lügner und Phantasten abgestempelt, sondern auch weiterhin sexuell ausgebeutet. Das durchschnittliche Al-ter
der Opfer liegt bei 10 Jahren, Kinder im Vorschulalter sind
vermehrt betroffen.

In diesem Zusammenhang rief Prokop die Erwachsenen dazu auf,
eine neue Art von Aufmerksamkeit zu erlernen. Es darf nicht genügen, etwas zu bemerken. Es muß darüber geredet werden können. Deshalb möchte sie als zuständiges Regierungs-mitglied für Jugendfragen bei allen Verantwortlichen mehr Bewußtsein forcieren, damit sexueller Mißbrauch nicht länger ein Tabu bleibt.

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