Soziale und sozialmedizinische Betreuung wird immer wichtiger

Votruba: Die Menschen werden älter, der Pflegebedarf nimmt zu

St.Pölten (NLK) - Die Zahl der alten und kranken Menschen, die
eine soziale oder sozialmedizinische Betreuung in den eigenen vier Wänden brauchen, werde bis 2002 um rund fünf Prozent pro Jahr zunehmen, betonte heute Landesrat Traude Votruba. "Wir können zwar über die NÖ Volkshilfe, das NÖ Hilfswerk, die Caritas Wien und die Caritas St.Pölten fast flächendeckend Sozialstationen anbieten, müssen aber weiter konsequent und intensiv am Ausbau der
ambulanten Betreuung arbeiten, um auf die von Experten vorhergesagten Zuwächse reagieren zu können." Auch wenn sonst Sparen angesagt sei, müsse klar sein, daß die Kosten des Ausbaues der Pflegevor-sorge des Landes nur zu einem kleinen Teil durch Verschiebungen im Sozialbereich finanziert werden könnten.
Votruba: "Wir werden zweifellos in Zukunft mehr Geld aus-geben müssen, um den alten und pflegebedürftigen Menschen eine gesicherte und erschwingliche Betreuung zu ermöglichen." Auch sei unabdingbar, in kleinen und überschaubaren Sozialsprengeln alle Angebote einer Region gebündelt anzubieten und die Leistungen von Heimen, Krankenhäusern, ambulanten Diensten und der Ärzte in den Gemeinden zu koordinieren.

Schon bisher seien die Anforderungen an die ambulanten Betreuungsdienste Jahr für Jahr gestiegen, erläuterte Votruba weiter. Habe man 1993 landesweit pro Monat 6.254 Menschen mit Leistungen wie Hauskrankenpflege, Heimhilfe, Familienhilfe und Pflegehilfe versorgt, sei diese Zahl heuer bereits auf 9.820 angewachsen. Im Jahr 2002 würden 12.500 Menschen in Niederösterreich, so eine Hochrechnung, diese Leistungen brauchen. Die Vollkosten der sozialen und sozialmedinischen Betreuungs-dienste würden von derzeit 704 auf 900 Millionen Schilling anwachsen, die Zahl der Beschäftigten von 3.100 auf 4.000. Der Grund für diese Entwicklung: Die Zahl der äl-teren Menschen, vor allem aber der Hochbetagten, wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark zunehmen. Darüber hinaus wächst auch die Zahl der alleinleben-den älteren Menschen. Zu 85 Prozent sind das im Alter ab 65 Jahren Frauen, doch wird sich die Zahl der alleinlebenden Männer bis zum Jahr 2021 annähernd verdop-peln. Und Männer, so die Verfasser eines Bedarfs- und Entwicklungsplans für die Pflegevorsorge in Niederösterreich, seien wegen "ihrer geringeren Kompetenz in hauswirtschaftlichen Angelegenheiten" früher und häufiger auf Unterstützung ange-wiesen als Frauen.

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