Das Familienministerium stellt fest: Schulbuchbudget für die nächsten Jahre in gleicher Höhe festgelegt Durch Reform wird Vollversorgung mit Schulbüchern sichergestellt

Wien (OTS) - Durch die Festlegung im Budgetprogramm,das Schulbuchbudget auf dem Niveau von 1997 von 1,2 Milliarden
Schilling bis zum Jahr 2000 einzufrieren und gleichzeitig auch in Zukunft die Vollversorgung mit Schulbüchern sicherzustellen, ist eine Reform der Schulbuchaktion unumgänglich. Ziel des Familienministeriums bei dieser Reform ist es, dies zu gewährleisten und gleichzeitig zusätzliche Kosten für die Eltern zu verhindern. "Die heutige Kritik der Arbeiterkammer geht daher völlig ins Leere", stellt das Familienministerium fest.

Durch die geplante Reform, deren Ziel es ist, soviel Eigentum
wie möglich, soviel Wiederverwendung wie nötig, sollen folgende Eckpunkte gewährleistet werden:

Bei grundsätzlich weiter bestehendem Übergang der Schulbücher ins Eigentum der Schüler, wird künftig ein Teil der Schulbücher wiederverwendet werden müssen, um die insgesamt hohe Versorgung
der Schüler beizubehalten.

Den Schulen wird die Wiederverwendung von Schulbüchern freigestellt.

Die Preis- und Angebotsgestaltung für Schulbücher wird freigestellt, d.h. alle approbierten Bücher dürfen den Schulen angeboten und von diesen im Rahmen des ihnen zur Verfügung stehenden Limits bestellt werden.

Mittel, die von den Schulen nicht für Schulbücher aus den Schulbuchlisten ausgegeben werden, können bis zu einem Höchstbetrag für andere Unterrichtsmittel (Lernspiele, CD-Rom, etc.) verwendet werden. Damit kann neuen pädagogischen und didaktischen Anforderungen in der Schule besser entsprochen und
die Selbständigkeit sowie Eigeninitiative der Schulen gestärkt werden.ur Verfügung stehenden Mittel durch individuelle Anpassung der Anschaffung an den Bedarf an Unterrichtsmitteln können die Schüler auch mit neuen Lernmitteln versorgt und so gleichzeitig auch der Nutzungsgrad der herkömmlichen Schulbücher erhöht werden. o Die Berechnung des Elternselbstbehalts wird einfacher und
beträgt künftig 10 Prozent des für die jeweilige Schulform geltenden Limits. Damit gibt es auch weniger Verwaltungsaufwand
für die Schulen.

Das neue Schulbuchsystem wird bereits in einer Reihe von Pilotschulen erprobt und soll rechtzeitig vor Beginn des nächsten Schuljahres allen österreichischen Schulen vorgestellt werden.

Die heutige Kritik der Arbeiterkammer ist ein klares Zeichen dafür, daß sie weiterhin der Wegwerfmentalität der letzten Jahrzehnte anhängt und damit eine finanzielle Belastung der
Eltern, die die nötigen Bücher zur Vollversorgung ja bezahlen muß, bewußt in Kauf nimmt. Dieser ideologischen Sichtweise, die noch dazu eindeutig gegen die Interessen der Eltern und damit auch von Mitgliedern der Arbeiterkammer gerichtet ist, darf nicht
nachgegeben werden.

Zum angeblichen Geheimvertrag zwischen dem BMUJF und den
Verlagen und Händlern stellt das BMUJF fest, daß dieser lediglich eine Anpassung der bestehenden Verträge an die geplante Reform der Schulbuchaktion vorsieht, die sicherstellen soll, daß einerseits der budgetäre Rahmen von ÖS 1,2 Milliarden in den nächsten Jahren eingehalten werden kann und andererseits die Vollversorgung mit Schulbüchern für alle Kinder ohne Erhöhung des Selbstbehaltes und weitere Kosten für die Eltern sichergestellt wird. Dies
verschweigt die Arbeiterkammer in ihrer Darstellung.

Der Arbeiterkammer dürfte auch entgangen sein, daß auch der Rechnungshof in seinem Rohbericht zur Schulbuchaktion genau diese Umstellung auf ein Mischsystem Eigentum/Schulbibliothek empfohlen hat.

Die Kosten für die Familien und die Kosten für das Familienministerium bleiben gleich, obwohl eine quantitativ und qualitativ bessere Ausstattung mit Schulbüchern durch diese Reform erreicht wird. Ein wesentlicher Nebeneffekt ist auch, daß das von vielen Bürgern kritisierte Wegwerfschulbuch der Vergangenheit angehört.

Die Arbeiterkammer bleibt jede Antwort schuldig, wer die beim bestehenden System jährlich anfallenden Zusatzkosten von rund 2,5
% (im Schuljahr 1998/99 wären das etwa ÖS 30 Millionen) bezahlen soll. Wenn nichts geschieht, so wie die Arbeiterkammer das offensichtlich fordert, können nur 2 Dinge eintreten: Entweder die Eltern müssen mehr Selbstbehalt bezahlen oder die Eltern müssen aufgrund des Versorgungsrückganges mehr Bücher selbst kaufen. Das Familienministerium lehnt jede zusätzliche Belastung der Eltern
und des Bundesbudgets ab, weshalb diese Reform unumgänglich ist.

Schluß

Rückfragen & Kontakt:

Jugend & Familie
Dr. Ingrid Nemec
Tel.: (01) 515 22 DW 5051

Bundesministerum für Umwelt

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMU/OTS