ANSCHOBER: NEUES AKW IN TSCHECHIEN - EINE GEFÄHRLICHE DROHUNG Grüne fordern die sofortige Einberufung eines Grenz-AKW-Gipfels zur Entwicklung von Ausstiegskonzepten

Als eine "gefährliche Drohung an Österreich" bezeichnet der Sicher-heitssprecher der Grünen, Rudi Anschober, die Überlegung Tschechiens, zusätzlich zu den Schrottreaktoren Temelin und Dukovany ein weiteres Kernkraftwerk zu errichten. "Das ist die Quittung für die Untätigkeit der Bundesregierung", kritisiert Anschober. "Wäre der von den Grünen im Juli herbeigeführte einstimmige Parlamentsbe-schluß zur Erstellung von gesamteuropäischen Ausstiegskonzepten für die Grenz-AKWs nicht verschlampt worden, würde Tschechien wohl kaum eine derart offensive Pro-Atom-Diskussion führen". Sicherheitssprecher Anschober verlangt von Bundeskanzler Klima die sofortig Einberufung eines "Grenz-AKW-Gipfelgesprächs" unter Ein-bindung von Parteien, Experten und Umweltorganisationen. "Es müssen endlich konkrete kurz- und mittelfristige Strategien entwickelt werden, die noch in diesem Jahr mit Tschechien und der Slowakei ver-handelt werden", meint Anschober. Er verweist, daß sowohl eine Ver-knüpfung der EU-Osterweiterung mit der Atomfrage wie auch die Um-widmung der mehr als 50 EU-Milliarden, die bislang für die AKW-Er-richtung reserviert sind, realistische Möglichkeiten für die Um-setzung von Alternativen darstellen.

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