"Ethnische Säuberung" an Streunern

Kroatien sagt herrenlosen Tieren den Kampf an

Wien (OTS) - Während der Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien zu Ende gegangen ist, scheint die "ethnische Säuberung" bezüglich streunender Haustiere voll im Anlaufen begriffen zu sein. Das Tierhilfswerk Austria muß fast täglich Anrufe entgegennehmen, worin Touristen über das brutale Vorgehen gegenüber herrenlosen Hunden und Katzen berichten. In Kroatien sind sogar Ansichtskarten erhältlich, die versteckt zum Töten von Hunden und Katzen aufrufen.

Eine der schwarz-weiß gehaltenen Ansichtskarten zeigt ein Katzenbaby schreiend auf einem Löffel über dem Kochtopf sitzend und mit Spaghetti am Kopf; eine ganz offensichtliche Aufforderung zum Verzehr von Katzen. Eine weitere Karte zeigt eine junge Katze, an deren Hals ein Strick samt großem Pflasterstein befestigt ist; ein Motiv, das klar das Töten von Tieren verniedlicht. Der Großhändler der Karten ist in Split ansäßig, verkauft wurden sie in Porec.

Dazu Christian Janatsch, Präsident des Tierhilfswerk Austria: "Für eine Kulturnation wie Kroatien ist es eine Barbarei sondergleichen, wie mit streunenden Katzen oder Hunden umgegangen wird. Daß Postkarten, wie besagte überhaupt existieren, zeigt, wie wenig den kroatischen Behörden das Leben von Tieren wert ist. Sie sind das Tüpfelchen am i in puncto Tierquälerei."

Das Tierhilfswerk Austria hat bereits im Juni 1997 beim Botschafter der Republik Kroatien in Wien, Dr. Milan Ramljak, Protest gegen das brutale, planmäßige Töten von Streunern eingelegt. Botschafter Ramljak kontaktierte daraufhin das zuständige kroatische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, das die Kritik streng zurückwies. Angeblich werden in ganz Kroatien herrenlose Hunde oder Katzen nach einer Wartefrist von 10 Tagen "human euthanasiert", sprich durch Giftspritze ins Herz.

Vorschläge des Tierhilfswerk Austria, das Streunerproblem durch gezielte Kastrationsprogramme zu lösen, wurden ignoriert. Mag. Alexander Willer, Kampagnenleiter Hunde, THWA: "Die kroatischen Behörden gehen mit der Tötung der streunenden Tiere den für sie einfachsten Weg. Ihr Hauptinteresse gilt dem Fremdenverkehr, der angeblich durch Streuner beeiträchtigt wird. Ein Argument, das sich als kontraproduktiv erweisen wird, zieht man das Entsetzen der Touristen über die "ethnischen Säuberungen" in Betracht.

Rückfragen & Kontakt:

Tierhilfswerk Austria
Mag. Alexander Willer
Christian Janatsch
Tel.: 02243/229 64

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