Bundeskreditsektion: Gesetze für Euro-Umstellung rasch schaffen

Syndikus Pichler: Euro-Bargeld ab 1. Jänner 2002

Wien (PWK) - "In eineinviertel Jahren beginnt das Zeitalter Euro.
In der geringen Zahl der Arbeitstage bis zu diesem Zeitpunkt zeigt sich die Dramatik des Zeitablaufes. Im Interesse einer möglichst effizienten Vorbereitung auf diese gewaltige Währungsumstellung erwartet die österreichische Kreditwirtschaft daher vom Gesetzgeber die rasche Schaffung der erforderlichen Regelungen. Dabei muß vom Grundsatz ausgegangen werden: So einfach und kostengünstig wie möglich." Herbert Pichler, Syndikus der Bundeskreditsektion der Wirtschaftskammer Österreich, verwies anläßlich des Vortrags des verantwortlichen Gruppenleiters der Generaldirektion II der EU-Kommission, Helmut Wittelsberger, zum Thema "Der Regelungsrahmen für die Umstellung auf den Euro" am Montag darauf, daß die österreichische Kreditwirtschaft die Konzepte für die Umstellung im Zahlungsverkehr und im Kapitalmarkt bereits rechtzeitig vorgelegt hat. Nun sei der Gesetzgeber am Zug. ****

In Deutschland, zog Pichler einen Vergleich zum Vorbereitungsstand in unserem Nachbarland, habe die Bundesregierung bereits vergangene Woche "ein umfassendes Euro-Einführungsgesetz beschlossen, wo Regelungen für die Umstellung von Gesellschaftsrecht, Öffnung des Bilanzrechts für den Euro, Kapitalmarktumstellung, Diskontsatzüberleitungsgesetz bis zu zivil- und verfahrensrechtlichen Regelungen enthalten sind." Auch der Einführung der Quotenaktie stehe die deutsche Bundesregierung aufgeschlossen gegenüber.

Der Syndikus der Bundeskreditsektion forderte vor zahlreichen Bankmanagern auch eine Steuerregelung für den Umstellungsaufwand:
"Für die außerordentlichen Umstellungsaufwendungen sollte im Steuerrecht ein Wahlrecht zur Aktivierung (sofortige Geltendmachung oder Verteilung über mehrere Jahre) vorgesehen werden."

Als günstigsten Zeitpunkt für die Bargeldausgabe von Euro und Cent trat Pichler für den 1. Jänner 2002 ein. Dieser Einführungszeitpunkt entspreche am besten den Anforderungen nach Kostengünstigkeit, Klarheit, technischer Machbarkeit und Rechtssicherheit. Was die notwendige Zeitdauer des doppelten Währungsumlaufes (Schilling und Euro) betrifft, so sprach sich Pichler eindeutig für eine Verkürzung auf drei Monate aus. Dies sei für die österreichische Kreditwirtschaft technisch reibungslos zu bewältigen. Um sich voll auf die Euro-Umstellung konzentrieren zu können, verlangte Pichler eine "Atempause" bei neuen, nicht unbedingt notwendigen bürokratischen Belastungen und Gesetzesänderungen.
(Schluß) RH

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