Sex, Lügen und der Kinsey-Report / "Das Beste" enthüllt: Wissenschaftliche Grundlage des Reports ist fragwürdig

Stuttgart (OTS/EURONET) - Das Institut für Sozialforschung an der Universität von Indiana, das Alfred Kinsey gründete, bekennt, daß bestimmte Daten im Kinsey-Report falsch dargestellt worden sind, so die Zeitschrift "Das Beste" in ihrer Oktoberausgabe. Der Kinsey-Report war in den 50er Jahren ein Wegbereiter der sexuellen Revolution.

Nicht neun Beobachter, wie Kinsey geschrieben hatte, steuerten beispielsweise Daten über die Sexualität von Kleinkindern für den Report bei, sondern nur ein einziger. John Bancroft, der derzeitige Leiter des Instituts räumt ein, man könne sich durchaus fragen, ob Kinsey den Daten die dieser Mann geliefert hat, so viel Gewicht hätte beimessen sollen.

Auch die Behauptung Kinseys, ein neutraler Beobachter zu sein, widerlegen Wissenschaftler: "Kinsey hatte seine eigenen Ansichten, und die sind in seinen Büchern enthalten", sagt der Soziologe John Gagnon, ehemaliger Vorsitzender der internationalen Akademie für Sexualforschung. Für Kinsey war Sexualität ausschließlich eine biologische Reaktion auf Reize, ohne jede moralische, geistige oder psychologische Dimension. Nur durch die Gesellschaft auferlegte "Hemmungen", so behauptete er, hinderten den einzelnen daran, mehrere Varianten auszuleben.

Die Teilnehmer der Umfragen, auf denen Kinseys Schlußfolgerungen basieren, werden ebenfalls kritisiert. Sie waren keinesfalls repräsentativ. Etwa 75 Prozent der männlichen Befragten hatten sich freiwillig gemeldet. Solche Testpersonen sind in der Regel sexuell zwei- bis viermal so aktiv wie der Durchschnitt. Die Stichproben schlossen außerdem auch Fallgeschichten von verurteilten Sexualtätern ein. Kinsey gab nie bekannt, wie viele davon in seiner Gesamtstichprobe von 5.300 Männern enthalten waren; er räumte allerdings ein, daß in seinem ersten Buch "mehrere hundert" männliche Prostituierte berücksichtigt worden seien.

Obwohl schon zu Kinseys Lebzeiten Kritik an seinen Methoden laut wurde, verteidigen einige Experten auch heute noch sein Werk -allerdings mit sehr persönlicher Argumentation. Jerome Kagan, Harvard-Professor für Psychologie, glaubt, Universitätsprofessoren würden den Reports "eine Eins für Mut und eine Drei für Qualität" geben. "Sie sind zutreffend genug, um eine Diskussion in Gang zu bringen." Und Dr. Ruth Westheimer, eine Sexualtherapeutin, die Millionen von Menschen in ihren Radio- und Fernsehsendungen und Zeitungskolumnen Ratschläge erteilt, sagt sogar: "Mir ist es ziemlich egal, was richtig ist. Ohne ihn wäre ich nicht Dr. Ruth." Eine angreifbare Auffassung von Wissenschaft - wie "Das Beste Reader's Digest" feststellt.

"Angesichts aktueller Skandale von Wissenschaftsfälschung", so stellt Chefredakteur Dr. Christoph Fasel fest, "sollten sich Forscher lieber auf wissenschaftliche Tugenden der Redlichkeit zurückbesinnen!"

ots Originaltext: Verlag Das Beste GmbH
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de http://www.ots.apa.at

Rückfragen bitte an:

Verlag Das Beste GmbH
Rüdiger Neuenburg, Direktor oder
Angela Präg, Assistentin
Tel.: 0049/711 / 6602-520/521
Fax: 0049/711 / 6602-547

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUN/OTS/EURONET