FCG/GPA: Das Maß ist voll, Herr Stummvoll!

Wien (OTS) - Für den Frust des Wirtschaftskammergeneralsekretärs habe man kein Verständnis, stellte das Präsidium der Fraktion Christlicher Gewerkschafter in der Gewerkschaft der Privatangestellten (FCG/GPA) als Reaktion auf die Äußerungen Günther Stummvolls fest, welcher sich von der Pensionsreform ohnehin "nur mehr Kosmetik" erwartet.

Wirtschaftskammervertreter, die wieder einmal mit einem blauen Auge bei den Geldbeschaffungsaktionen der Regierung davongekommen sind, sind wohl nicht geeignet, jene Schnitte ins Fleisch zu kommentieren, die viele Arbeitnehmer in Zukunft zu erwarten hätten (Pensionseinbußen bis zu 10 %).

Wirtschaftskammervertreter, die selbst weder um den Arbeitsplatz noch um eine satte Pension fürchten müssen, können leicht auf Kosten anderer sparen.

Wirtschaftskammervertreter, die keinem/keiner über 50 mehr eine Chance in ihren eigenen Betrieben geben und ihre Bilanzen auf Kosten des Steuerzahlers durch Kündigungen aufpolieren, sind wohl kaum glaubwürdig, wenn sie permanent gegen die Zahl der Frühpensionisten wettern.

Wirtschaftskammervertreter, die durch die Reform nur mehr "Kosmetik" erwarten, seien darauf aufmerksam gemacht, daß die geplanten Änderungen für ihre Klientel ohnehin nie etwas anderes als nur Kosmetik gewesen wären. Würde es nämlich tatsächlich zu einem sogenannten "Gleichklang" der Pensionssysteme kommen, müßten auch die Mitglieder der Wirtschaftskammer endlich ordentlich Federn lassen.

Wirtschaftskammervertreter, die bereits heute präpotent voraussehen können, wie sich die ÖAAB-Parlamentarier beim Beschluß der Reform verhalten werden (laut Stummvoll werden sie ohne Zweifel mit den ÖVP-Positionen stimmen), kann man zu ihren Hellseherqualitäten nur gratulieren.

Daher werden die derzeitigen Gewerkschaftspositionen von der FCG/GPA voll mitgetragen und eine Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes nicht zur Kenntnis genommen. Wir sind auch bereit, für eine gesicherte Altersversorgung unserer Mitglieder zu kämpfen.

Weiters stellte das FCG/GPA mit Befremden fest, daß der bisher unabhängige Wissenschafter Dr. Rürup immer mehr zum Erfüllungsgehilfen der Regierung mutiert.

Seine Äußerungen über die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes ("40 Jahre wären besser als 25, aber 20 Durchrechnung sind besser als 15"), zeigen, daß er nur Lichtjahre entfernt von der Realität der österreichischen Arbeitnehmer solches fordern kann. Es kümmert ihn wohl kaum, daß man mit solchen Maßnahmen unzählige Menschen an den Rand der Existenz brächte.

Nach der Erstellung der Studie zur Pensionsreform sind die Kommentare des "unabhängigen" Wissenschafters Dr. Rürup nicht mehr gefragt. Wenn 40 Jahre besser sind als 25, dann gibt es nur einen Rat: Schweigen ist besser als reden.

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