Umwelttechnik: Osteuropa-Engagement "zahlt sich absolut aus"

Große Möglichkeiten für österreichische Firmen in den Reform- ländern - Informationsvermittlung durch ÖGUT-Ostinfostelle

Wien (PWK) - Der Umweltmarkt in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOE) expandiert kräftig. Die wachsende Wirtschaftskraft führt zu steigenden Investitionen vor allem in den Bereichen Luft, Energie. Österreichischen Unternehmen bieten sich hier große, bisher nur zum Teil wahrgenommene Chancen. "Es zahlt sich absolut aus, bei diesem Boom dabeizusein", erklärte der Leiter der Ostinfostelle, Mag. Christian Dörner, als Gastreferent bei einer Tagung des Umweltpolitischen Komitees der Wirtschaftskammern Österreichs in Lutzmannsburg (Burgenland). ****

Zu den Aufgaben der ÖGUT-Ostinfostelle gehört die Informationsvermittlung über solche Umweltprojekte, an denen sich österreichische Firmen beteiligen können. Beantwortet werden u.a. Fragen der Finanzierung, Fragen zu Umweltprogrammen und Projekten sowie Fragen hinsichtlich der Strategieentwicklung zur stärkeren Marktbeteiligung.

Wie Dörner ausführte, lasse die Marktbearbeitung noch etliche Wünsche offen. Ausschreibungen könnten von Österreichern professioneller beantwortet werden. Störend sei die fehlende "Konsulenten-Kultur". Auch die Kooperation der heimischen Firmen lasse sich noch stark verbessern. Die Zusammenarbeit mit den österreichischen Handelsdelegierten in den MOE-Ländern sei in der Regel gut, die umfassende Betreuung von Umweltprojekten stoße aber bald an personelle Grenzen.

Der Umwelttechnologiebedarf der MOE-Staaten umfasse sowohl Dienstleistungen (Betreibermodelle, Contracting, Konzeptentwicklung u.a.m.) als auch Lieferungen. Österreichische Expertisen seien in diesen Ländern sehr gerne gesehen, betont Dörner. Allerdings wehe am Ostumweltmarkt ein starker Konkurrenz-Wind. Dänemark, Frankreich, Holland, z.T. auch England, treten, speziell in bestimmten Ländern bzw. Teilbereichen, als potente Mitbewerber auf. Österreich habe seine auch geographisch vorteilhafte Lage bisher zu wenig genützt. "Österreichische Firmen sollten ihre Chancen bei Umweltprojekten der mittel- und osteuropäischen Staaten verstärkt nutzen", unterstreicht in diesem Zusammenhang der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Doz. Stephan Schwarzer.

Die Finanzierung der Geschäfte sei meist nicht das Problem. "Es gibt Geld in Österreich für Umweltprojekte", hob Dörner hervor. Auch EU-Finanzierungen über die Infrastrukturprogramme Phare (MOE-Staaten) und Tacis (GUS-Staaten) stünden zur Verfügung. Um an diese Gelder zu kommen, sei es allerdings notwendig, die Antragsunterlagen sorgfältig zusammenzustellen und sich verstärkt mit den Brüsseler Vergabeusancen auseinanderzusetzen. "Geld für Umweltprojekte gibt es bei Zusammenarbeit und verstärktem Informationsfluß zwischen den Akteuren".

Neben den Kooperationen innerhalb Österreichs sind zunehmend auch internationale Kooperationen gefragt, erklärte der Experte. Eine Aufgabe der Ostinfostelle ist es, Erfahrungen mit Projektanträgen zu sammeln.

Zur Finanzierung der vor drei Jahren gegründeten ÖGUT-Ostinfostelle trägt die Wirtschaftskammer derzeit ca. 8 Prozent bei. Haupteinnahmequelle der Non-Profit-Organisation ist die Erstellung von Studien.

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