Die "Tradition" des Walmordens

1. Walmassaker auf den Färöer 2. Greenpeace unterstützt Inuit-Walfang Tierhilfswerk Austria (THWA) legt gegen blutige Traditionen scharfen Protest ein

Wien (OTS) - Am Samstag, 20. September, wurden auf der Färöer-Insel Vagoy beim jüngsten von mindestens sechs Massakern in diesem Jahr 158 Kleinwale auf barbarische Weise getötet. Damit setzen sich die zu Dänemark gehörenden Inselbewohner erneut über die internationale Kritik hinweg. Noch weit befremdlicher erscheint das Engagement einer Greenpeace-Crew bei einem Walfang vor der Küste Alaskas.

Alljährlich werden auf den Färöer-Inseln hunderte Delphine sowie Kleinwale - bevorzugt Pilotwale - mit Methoden abgeschlachtet, die von den Wikingern übernommen wurden. Im Körper der Meeressäuger wird brutal ein Eisenhaken verankert, um sie in seichte Gewässer zu ziehen. Dort versucht man, den bis zu 10 Meter langen Walen mit einem kleinen Messer die Hauptblutgefäße, die hinter dem Blasloch tief im Körper liegen, zu druchtrennen. Der traditionelle Fanghaken ist mit einm klingenförmigen Ende versehen, der im Körper der Tiere klaffene und stark blutende Wunden verursacht. Dieser "Gaff" ist aufgrund heftiger internationaler Proteste "modernisiert" worden, was an der Tortur der Tiere wenig ändert.

Dazu Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Der Todeskampf der Wale dauert oft bis zu 15 Minuten. Hinzu kommt, daß es keine Fangquoten gibt, ganze Herden werden sinnlos abgeschlachtet. Ein Teil des Walfleisches landet auf dem Müll".

Captain Paul Watson, Leiter der Seashepherd Conservation Society übt heftige Kritik am Verhalten der Crew des Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise". Nach Watsons Angaben assistierte das Schiff am 8. August vor St. Lawrence Island, Alaska, dem Stamm der Inupiat bei einem "take" (traditionellen Walfang). Gejagt wurden ein Bowhead-Wal, ein Exemplar einer Spezies, die als gefährdet eingestuft wird. Die Sea Shepherd Society hat beim U.S. National Marine Fisheries Service (NMFS) eine Untersuchung wegen des Verdachtes auf Verstoß gegen Mammal Protection Act sowie Endangered Species Act angestrengt. Lapidarer Kommentar des Greenpeace-Crewmitgliedes Sally Schullinger:
"Wir sind hier, um die Verschmutzung der Arktis zu stoppen, nicht den Walfang."

Mag. Alexander Willer, THWA: "Es ist für eine renommierte Umweltschutzorganisation wie Greenpeace wahrlich kein Ruhmesblatt beim Walfang behilflich zu sein, egal, ob dieser nun von indigenen Völkern ausgeübt wird oder nicht. Dabei können weder "Tradition", noch "Nahrungserwerb" ins Treffen geführt werden. Denn der Großteil der Indigenen betreibt Walfang auf rein kommerzieller Basis. Nebenbei erwähnt, birgt der Verzehr von Walfleisch- oder speck aufgrund der Belastung durch Schwermetalle und PCB arge Gesundheitsrisiken."

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Tierhilfswerk Austria
Christian Janatsch, Mag. Alexander Willer
Tel.: 02243/229 64

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