"Kulturelles Gedächtnis" Niederösterreichs wieder zur Verfügung

Landesbibliothek nimmt im Regierungsviertel Betrieb auf

St.Pölten (NLK) - Mehr als ein Jahr - fast 400 Tage - war die
NÖ Landesbibliothek nicht benützbar. Nach der Schließung des Hauses in Wien und nach Vollendung ei-nes Neubaues im St.Pöltner Kulturbezirk kann die Landesbibliothek kommende Wo-che wiederum ihren Betrieb aufnehmen. Dazu war es notwendig, rund 200.000 Bü-cher, 100.000 Bilder und Landkarten in genau 50 Lkw-Ladungen zu übersiedeln. Die Eröffnung der neuen Landesbibliothek, die dem Klangturm benachbart ist, wird von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am 29. September um 15.30 Uhr vorgenommen.

Das Architektenduo Paul Katzberger und Karin Bily schufen in Zusammenarbeit mit der Bibliotheksleitung Richtungweisendes: In einem 50 mal 30 Meter großen dreige-schossigen Bauwerkskörper wurde alles das untergebracht, was der Konzeption einer modernen Bibliothek entspricht: Das oberste Geschoß hat natürliches Licht und ist daher den Lesern gewidmet. Über eine repräsentative Treppe, von der aus man Teile des Bücherspeichers sieht, kommt man zur zentralen Information und Bücherausga-be. Ein 430 Quadratmeter großer Lesesaal soll im Endausbau rund 30.000 Bände für den Freihandbetrieb aufnehmen. Er wird durch die Freihandbibliothek geteilt. Vorne kann man in bequemen Lederfauteuils in Büchern "schnuppern" und "querlesen", der hintere Teil ist dem konzentrierten, wissenschaftlichen Lesen vorbehalten. Dort gibt es auch acht "Glascarrels", akustisch abgekoppelte Lesebereiche, die als Sonderlese-plätze für vorbestellte Literatur, aber auch für die Benützung von audiovisuellen Medi-en dienen. An den Lesesaal schließt sich ein 130 Quadratmeter großer Zeitschriften-bereich an. Die Benutzerebene wird komplettiert durch die beiden
Sammlungen topo-grafischer Ansichten und Landkarten mit einer Größe von jeweils 110 Quadratmetern. Auf dem begrünten Flachdach gibt es ein 250 Quadratmeter großes Leseatrium. Das Erdgeschoß bleibt der Verwaltung und der Restaurierwerkstätte vorbehalten. In einer Loggia gibt es einen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum.
Im Magazin im Unterge-schoß finden 400.000 Bände Platz, in einem dreigeschossigen Vertikalmagazin weite-re 100.000 Bände.

Die großen Platzreserven sind notwendig, weil sich die Landesbibliothek durch ihre Standortveränderung von einer landeskundlichen Spezialbibliothek zu einer wissen-schaftlichen Universalbibliothek entwickelte. Dem Auftrag, "kulturelles Gedächtnis" eines ganzen Bundeslandes zu sein, entspricht die Bibliothek vor allem auch durch ihren Freihandbereich. Dort stehen nicht nur Nachschlage- und Standardwerke aller Wissensgebiete zur schnellen Benützung bereit, es wird dort auch besonderer Wert auf die niederösterreichische Landes- und Regionalkunde gelegt wird. "Jeder Landes-bürger soll sich sofort einen Überblick über die Geschichte und Heimatkunde seines Heimatortes und seiner Heimatregion verschaffen können", skizziert Bibliotheksleiter Dr. Gebhard König die neue Linie des Hauses. Auch technisch ist die Bibliothek auf dem neuesten Stand: Als einzige Bibliothek Österreichs ist sie in der Lage, ihren Ge-samtbestand an Büchern über die Online-Kataloge via Computer anzubieten. Auf Knopfdruck ist jetzt die Bestellung des Werkes vom Bildschirm her möglich.
Bis in den Spätherbst will man dieses Service auch über das Internet anbieten.

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