Kurzbauer: Einems Flucht nach vorne ist der falsche Weg

Niederösterreich, 24.9.97 (NÖI) Auf völliges Unverständnis stößt beim VP NÖ-NAbg. Johann Kurzbauer die Tatsache, daß am 9. Oktober über die Bau- und Betriebsvergabe hinsichtlich der Errichtung des Semmering-Basistunnels entschieden wird. Gerade zu einem Zeitpunkt, wo Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll mit der Sanierung der Ghega-Bahn eine wirklich zukunftsträchtige und überaus kostengünstige Alternative zum Semmering-Basistunnel präsentierte und wenige Wochen vor
Vorliegen des Rechnungshofberichtes, will Verkehrsminister Caspar Einem den Zuschlag erteilen.****

Für den Parlamentarier eine völlig unverständliche Entscheidung, wird doch dadurch der Prüfbericht des Rechnungshofs vollkommen entwertet und gleichsam ad absurdum geführt. "Wozu prüft der Rechungshof eigentlich, wenn sein Prüfbericht keinerlei Einfluß auf die Entscheidung hat?", wirft Kurzbauer die Frage
auf.

Andererseits bietet sich - wie eine Expertise der NÖ Brückenbauabteilung belegt - mit der Sanierung der alten Ghega-Strecke eine vollwertige, weitaus kostengünstigere Alternative
an: Sie ist mit einem vergleichsweise geringen finanziellen
Aufwand verbunden, kein Monsterprojekt, sondern nach drei bis
fünf Jahren Bauzeit abgeschlossen, aus verkehrspolititscher Sicht für die nächsten 30 Jahre mehr als ausreichend und sieht auch keine nachhaltigen Eingriffe in das bestehende Natur- und Landschaftsbild vor.

"Was will man eigentlich noch mehr?, stellt Kurzbauer die
Frage in den Raum. Die Flucht nach vorne anzutreten und Projekt Semmering-Basistunnel mit allen Mitteln durchzupeitschen, ist mit Sicherheit der falsche Weg, so der Mandatar abschließend.

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